Formel 1 Hängepartie für Lewis Hamilton


Lewis Hamilton muss weiter zittern. Das Urteil, ob der McLaren-Mercedes-Pilot seinen Sieg von Spa zurück erhält, lässt weiter auf sich warten. Der Brite war persönlich in Paris erschienen, um dort seine Sicht der Dinge zu schildern. Die Silbernen zeigen sich unterdessen weiter siegessicher.

Hängepartie für Formel-1-Pilot Lewis Hamilton: Das Berufungsgericht des Internationalen Automobilverbandes (FIA) hat die Entscheidung über die Zeitstrafe und damit den aberkannten Sieg des Briten beim Großen Preis von Belgien nach mehrstündiger Verhandlung vertagt. Das Urteil der zuständigen FIA-Richter soll an diesem Dienstag in Paris bekanntgegeben werden, erfuhr die Nachrichtenagentur DPA. Hamilton wird demnach erst nach seiner Ankunft in Singapur, wo am Sonntag das erste Nachtrennen der Formel 1 ausgetragen wird, erfahren, ob er die vier Punkte von Spa wieder zugesprochen bekommt.

Nur ein Punkt Vorsprung

Vor dem viertletzten Rennen und der Entscheidung des FIA- Berufungsgerichts hat Hamilton lediglich einen Zähler Vorsprung auf seinen ärgsten WM-Widersacher Felipe Massa (77) im Ferrari. Sollte die zweite Instanz die Entscheidung der Rennkommissare bestätigen, wonach sich Hamilton einen Vorteil verschafft habe, als er bei einem Überholmanöver in einer Schikane beim Ardennen-Rennen gegen Titelverteidiger Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari abkürzte, bliebe es bei dem Punktestand. Ansonsten bekommt Hamilton vier Punkte dazu, Massa zwei abgezogen. Der Brite würde mit sieben Zählern Vorsprung auf die Zielgerade der Saison mit den Rennen in Singapur, Japan, China und Brasilien einbiegen.

Doch die Entscheidung über Sieg oder Platz drei wurde auch schon in Paris zur Geduldsprobe für Hamilton. Der Brite wollte es sich nicht nehmen lassen, den Richtern selbst seine Sicht der Dinge zu schildern. "Die Fakten sprechen klar für Lewis", hatte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor der Verhandlung betont. Hamilton kam erst nach der Mittagspause zu Wort.

Anwalt: Hamilton gab Vorteil zurück

In der Anhörung wies McLaren-Mercedes-Anwalt Mark Philips laut "autosport.com" darauf hin, dass Hamilton seinen Vorteil nach der Schikane wieder zurückgegeben habe. "Als sie die Linie überquerten, war Hamilton 6,7 Stundenkilometer langsamer und sieben Meter zurück", wurde auf der Homepage des Magazins der Rechtsbeistand zitiert. Zudem wurden Auszüge aus dem Gespräch zwischen McLaren-Sportdirektor Dave Ryan und Renndirektor Charlie Whiting, in dem Ryan fragt, ob die Aktion in Ordnung gewesen sei, zitiert. "Ich glaube, sie war es", entgegnete Whiting auch nach erneuter Nachfrage.

Millionen Fernseh-Zuschauer hätten gesehen, dass Hamilton als Erster ins Ziel gekommen ist. Zudem sei der 23-Jährige der schnellste Fahrer gewesen, als der Regen einsetzte, betonte Anwalt Philips in seiner Eröffnungsrede. Bevor der Prozess begann, wurde noch die Rechtmäßigkeit des Widerspruchs geprüft. Zwar soll ein Veto gegen Durchfahrtsstrafen nicht zulässig sein, im Fall Hamilton handele es sich jedoch um eine Zeitstrafe.

DPA DPA

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