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Formel 1: Ralf Schumacher beherrscht den Nürburgring

Ralf Schumacher heißt der Sieger auf dem Nürburgring. Sein Bruder Michael kam nach einem Ausflug ins Kiesbett auf Platz fünf. Der von der Pole Position gestartete Kimi Räikkönen schied mit Motorschaden aus.

Weltmeister Michael Schumacher ist beim ersten Triumph seines Bruders Ralf am Nürburgring von dessen Teamkollegen Juan Pablo Montoya unsanft von der Strecke befördert worden. Während der fünffache Titelträger nach leichten Zusammenstoß mit dem Kolumbianer das Rennen immerhin noch als Fünfter beendete, kam BMW-Williams beim Großen Preis von Europa durch Ralf Schumacher und Montoya zu einem Doppelsieg. Dritter wurde Vorjahresgewinner Rubens Barrichello im zweiten Ferrari. Trotzdem baute Schumacher seine WM-Führung sogar noch aus, da sein großer Rivale Kimi Räikkönen seinen McLaren-Mercedes mit rauchendem Motor abstellen musste.

Räikkönen im Pech

Während Bruder Ralf im BMW-Williams einen Tag vor seinem 28. Geburtstag an diesem Montag seinen Bruder durch einen beherzten Angriff schon beim Start überholte und damit alle Kritiker eines Besseren belehrte, zeigt auch Montoya später keinen Respekt vor dem Weltmeister. Schumacher konnte nach dem aggressiven Manöver des Kolumbianers immerhin weiterfahren. Dagegen hatte Räikkönen großes Pech: Schon in der 26. der 60 Runde musste der bis dahin stets in Führung liegende Finne seinen Silberpfeil abstellen.

Michael Schumacher führt weiter die Fahrerwertung an

In seinem 13. Formel-1-Jahr steuert Michael Schumacher trotzdem seinen sechsten WM-Titel in Folge an. Nach dem neunten Rennen der Saison hat der 34 Jahre alte Kerpener (58) schon sieben Punkte Vorsprung vor Räikkönen (51). Die Williams-BMW-Fahrer rücken allerdings näher: Ralf Schumacher (43) ist nach seinem fünften Karrieresieg und dem ersten seit Malaysia im letzten Jahr Dritter, Monaco-Gewinner Montoya bereits Vierter (39).

Zwei-Stopp-Strategie

Zum zweiten Mal kam Michael Schumacher in der 37. Runde an die Box, Bruder Ralf folgte fünf Runden später und blieb im Gegensatz zum Rennen in Kanada, als er den Sieg an der Box verschenkt hatte, an der Spitze. Sein Teamkollege Montoya geriet kurz darauf bei einem Überholmanöver mit Schumacher in der Dunlop-Kehre heftig aneinander. Der Ferrarri-Star rutschte ins Kiesbett, wurde angeschoben, verlor 50 Sekunden, konnte aber weiterfahren. Sein großer WM-Rivale Räikkönen war zwar erstmals in seiner Karriere von der Pole-Position gestartet, kam aber genau wie sein Teamkollege David Coulthard (Schottland) nicht ins Ziel.

Ralf attackierte Michael schon in der ersten Kurve

Gleich in der ersten Kurve war Weltmeister Schumacher von seinem Bruder Ralf in dem turbulenten Rennen erfolgreich attackiert worden. Kurz darauf wäre Michael Schumacher beinahe mit seinem Teamkollegen Barrichello zusammengestoßen. Der Vorjahressieger aus Brasilien kam zunächst an Juan Pablo Montoya (Kolumbien) vorbei und wollte danach Schumacher auf der Außenbahn überholen.

Nach der ersten Schrecksekunde für die 123.000 Zuschauer spulte das Feld auf der 5,148 Kilometer langen Strecke Runde um Runde der 308,863 Kilometer ab. In der 17. der 60 Runden gingen sowohl Räikkönen als auch Michael Schumacher an die Box. Fünf Runden später folgte Ralf Schumacher, der sich wieder vor seinem Bruder einreihte. In der 26. Runde dann erwischte es Räikkönen, ehe sich die Ereignisse überschlugen.

Frentzen und Heidfeld mit schlechten Startbedingungen

Für Heinz Harald Frentzen und Nick Heidfeld stand das Rennen unter einem unglücklichen Stern. Die beiden Mönchengladbacher im Sauber-Team wurde in der Qualifikation durch Schäden an den Ferrari-Leihmotoren eingebremst. Der aus der Boxengasse gestartete Heidfeld holte als Achter seinen zweiten WM-Punkt, Frentzen wurde Neunter.

Volker Gundrum und Claas Hennig / DPA

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