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Formel 1: Ralf Schumacher pokert weiter

Die Vertragsverlängerung von Ralf Schumacher bei BMW-Williams entwickelt sich immer mehr zum Pokerspiel. Die Verhandlungen könnten sich bis ins nächste Jahr hinziehen.

Die Zukunft von Ralf Schumacher bleibt weiter im Unklaren. Der Formel-1-Pilot rechnet bei den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung mit Williams-BWW-Fahrer nicht mit einem schnellen Abschluss. "Das wird nicht vor Anfang nächster Saison über die Bühne gehen", sagte er am Donnerstag bei einem Termin im BMW-Motorenwerk in Landshut vor Journalisten. "Es sind noch einige Dinge zu klären. Deshalb braucht das seine Zeit." Er deutete aber an, dass er gerne auch nach dem Ende des aktuellen Vertrags 2004 weiter bei dem Team bleiben möchte: "Grundsätzlich ist das die Intention."

"Es kann noch ein Vierteljahr dauern"

Sein Manager Willi Weber sagte auf dpa-Anfrage, dass er noch vor Weihnachten ein weiteres Treffen mit Teamchef Frank Williams in England habe. Auf einen Zeitpunkt für einen Abschluss mochte er sich nicht festlegen. "Es kann ganz schnell gehen, es kann aber auch noch ein Vierteljahr dauern", so Weber. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen äußerte sich in Landshut optimistisch: "Ich gehe davon aus, dass es nicht mehr allzu lange dauert."

Rätselraten um Streitpunkte

Es hatte schon im Sommer zunächst so ausgesehen, als stehe eine Einigung über eine vorzeitige Vertragsverlängerung unmittelbar bevor. Danach sind offenbar Schwierigkeiten eingetreten. "Die Verhandlungen waren schon mal sehr weit. Dann hat sich wieder alles etwas geändert. Deshalb lasse ich mir Zeit", sagte Ralf Schumacher.

Zuletzt war in Medienberichten die Rede davon gewesen, dass Williams angeblich eine Jahresgage von neun Millionen Dollar geboten habe, während Ralf Schumacher bisher angeblich bis zu 15 Millionen Dollar jährlich verdient haben soll. Er könne keine Beträge bestätigen, so Weber. "Es ist nicht nur ein finanzieller Aspekt, den wir zu stemmen haben", meinte der Manager.

Laut Schumacher spielt der Aspekt, wer nach dem Weggang Montoyas nach 2004 der neue Teamkollege bei Williams wird, keine Rolle bei den eigenen Verhandlungen. "Ich hatte schon so viele Teamkollegen. Da kommt es auf einen mehr oder weniger auch nicht an." Dass es der Kanadier Jacques Villeneuve werden könnte, glaubt der Kerpener nicht. Das Team wolle sich verbessern, meinte er trocken.

Die Verhandlungen mit den Fahrern liegen im Team in der Verantwortung von Frank Williams. Er räumte ein, dass die Medien-Spekulationen über die Verträge Schumachers und seines Kollegen Juan Pablo Montoya im Unternehmen nicht gerade erwünscht sind: "Das ist eine Begleitmusik, die wir nicht unbedingt brauchen."

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