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Formel 1: Schumacher glaubt an Topteams

Noch mehr Spannung, aber keine neue Hackordnung: Michael Schumacher geht davon aus, dass durch die neuen Regeln die Teams in der Formel 1 näher zusammenrücken. Force India verlängerte den Vertrag mit Adrian Sutil.

Noch mehr Spannung, aber keine neue Hackordnung: Michael Schumacher geht davon aus, dass die neuen Regeln die Teams in der Formel 1 näher zusammenrücken lassen können. An der Stellung der Branchenführer wird aber auch der Sparkurs nach Meinung des Rekordweltmeisters wenig ändern. "Die Topteams werden die Topteams bleiben, weil sie normalerweise auch die besseren Leute im Team haben", sagte der 39-Jährige am Rande des Race of Champions am Wochenende im Londoner Wembley-Stadion. "Es gibt gewisse Dinge, die kann man verändern, um es etwas enger zusammenzubringen, aber wird es nie schaffen, einen in Anführungszeichen 'Hinterbänkler' ganz nach vorne zu bringen, nur durch eine Regeländerung", meinte Ferrari- Berater Schumacher.

Angesichts der im kommenden Jahr bereits greifenden neuen Regeln und Reformen durch den neuen Sparkurs, denke er, dass "es spannender wird. Die Wagen sollten näher beieinander liegen, mit weniger Problemen. Die Aerodynamik wird langsamer, der Grip größer sein", erklärte der 2006 nach insgesamt sieben Weltmeister-Titeln und 250 Grand Prix' zurückgetretene Schumacher. Ob es die Zuschauer merken, werde man sehen, so der gebürtige Kerpener weiter.

Erneut wird im nächsten Jahr ein deutsches Renn-Quintett am Start sein. "Ich habe nie daran gezweifelt, 2009 für Force India zu fahren", sagte Adrian Sutil, nachdem er endgültig als Fahrer bestätigt worden war. Sebastian Vettel (Red Bull), Nick Heidfeld (BMW), Timo Glock (Toyota) und Nico Rosberg (William) sind die anderen Formel-1-Fahrer mit dem "Kennzeichen D".

Schumacher: Sparpläne vernünftig

Der am Freitag vom Weltrat des Internationalen Automobilverbandes Fia beschlossene drastische Kostendämpfungsweg der Formel 1 - schon im kommenden Jahr sollen ein Drittel der Ausgaben eingespart werden - ist für Schumacher "mehr als vernünftig". "Der Motorsport kann ja nicht die Augen verschließen vor den Umständen, die überall herrschen", betonte Schumacher. "Wir werden sicher einige Veränderungen im Motorsport allgemein sehen. Die Leute haben weniger Geld, die Unternehmen haben weniger Geld." Man müsse derzeit sehr vorsichtig vorgehen. Die Fia habe genau das gemacht. "Die Zeiten sind für alle schwierig", meinte Schumacher.

Als Folge der weltweiten Finanzkrise und den schweren Zeiten insbesondere für die Autobauer - Honda forcierte mit seinem Ausstieg die Notwendigkeit deutlicher Reformen in der milliardenschweren Formel 1 - beschloss das World Council unter anderem das Verbot von Testfahrten während der Rennsaison. Zudem darf jeder Pilot nur noch insgesamt acht Motoren einsetzen.

Auch für Schumacher, der nach seinem Ausstieg aus dem Renncockpit immer wieder mal Feinarbeit für die Scuderia bei Probefahrten an der "Rote Göttin" in den vergangenen zwei Jahren vornahm, wirken sich die einschneidenden Reformen aus. "Ja, es stimmt, unter den neuen Regeln werde ich weniger für Ferrari testen", sagte er. "Aber mir hat das Testfahren ohnehin nie so viel Spaß gemacht", meinte der Rekordweltmeister. Er fahre lieber Rennen.

Apropos: Dass Rechtemitinhaber Bernie Ecclestone statt Punkten künftig lieber Medaillen für die Rennsieger und Platzierten vergeben will, beobachtet Schumacher mit einem Augenzwinkern. "Das ist schon amüsant zu beobachten. In der Vergangenheit, zu meinen Zeiten, wurde das neue System eingeführt, um mich am Siegen zu hindern. Und nun wollen sie wieder das alte System einführen und die Gewinner gewinnen lassen", meinte er.

DPA / DPA

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