HOME

FORMEL 1: Spekulation über Schumacher-Nachfolger Quatsch

Ferrari-Teamchef Jean Todt gehen die Gerüchte um Michael Schumachers Rücktritt und Juan Pablo Montoya als dessen Nachfolger gehörig auf den Geist.

»Die Spekulationen über ein Karriereende Michaels im Fall eines erneuten Titelgewinns und seinen Nachfolger sind Quatsch«, versicherte der Franzose gegenüber vor dem Großen Preis von San Marino in Imola.

Vertrag läuft bis 2004

»Er liebt das Rennfahren leidenschaftlich. Und so lange er diese Leidenschaft hat, so lange wird er fahren. Das können noch zwei, drei Jahre, aber auch zehn Jahre sein.« Der Vertrag des viermaligen Formel-1-Weltmeisters aus Kerpen mit der Scuderia läuft bis zum Saisonsende 2004.

Montoya hat 'großes Potential'

Montoya, der in den Medien momentan als Favorit für das Schumacher-Cockpit gehandelt wird, zeige in dieser Saison gute Leistungen, bescheinigte Todt dem Kolumbianer ein großes Potenzial. »Aber wir haben mit ihm nicht verhandelt«, bekräftigte er. Ebenso unsinnig sei es, Montoya als Ersatz für Rubens Barrichello ins Gespräch zu bringen. »Rubens macht einen sehr guten Job, auch wenn er in dieser Saison noch keine Punkte geholt hat. Es sind noch 14 Rennen, und es ist viel zu früh, über Verträge zu verhandeln«, versicherte der 55-jährige Sportdirektor: »Wir werden mit Rubens als erstem sprechen, aber dafür steht noch kein Termin fest.«

Alles für den Verhandlungspoker?

Sowohl bei Barrichello als auch bei Montoya laufen die Verträge nach dieser Saison aus. Möglicherweise wurden die Gerüchte ja auch bewusst gestreut, um Montoyas Position im Verhandlungspoker mit Williams-BMW zu stärken, mutmaßte Todt. So könnte dessen Management mehr Geld herausschlagen. Mit inzwischen schätzungsweise fünf Millionen Dollar soll der Kolumbianer etwa drei Mal weniger als sein Teamkollege Ralf Schumacher verdienen.

Presseberichte unglaubwürdig

Als unglaubwürdig bezeichnete Todt die von einem deutschen Fachmagazin genannte Quelle für die angebliche Verpflichtung Montoyas. Die »Auto Zeitung« berief sich auf einen Vertreter des oberen Ferrari-Managements. »Präsident Luca di Montezemolo und ich sind die Verantwortlichen. Wir haben nichts Derartiges gesagt. Sonst trifft keiner solche Entscheidungen bei Ferrari«, erklärte er.

Ferrari-Teamchef ist kein Traumjob

Entschieden riet Todt seinem Freund Schumacher davon ab, nach seiner aktiven Karriere als Ferrari-Teamchef zu arbeiten. Der Franzose will 2004 nach über 10 Jahren aussteigen: »Ich würde Michael nicht empfehlen, meinen Job zu übernehmen. Das bedeutet 14 Stunden Büroarbeit täglich.« Schumacher hat genug Geld, um ein Leben nach seinen Vorstellungen zu führen und die »schönen Dinge zu genießen«.

Rote Revanche?

Beim Ferrari-Heimrennen hofft der Rennleiter der »Roten« auf eine Revanche für die schmerzhafte Niederlage im Vorjahr. Ralf Schumacher feierte damals im Williams-BMW seinen ersten Grand-Prix-Triumph, während sein Bruder wegen mehrerer mechanischer Defekte in der 25. Runde aufgeben musste. »Wir werden hier konkurrenzfähig sein. Aber was dabei herauskommt, kann ich nicht prognostizieren«, vermied er eine Siegansage.

Mercedes nicht vergessen

Auch der laut Michael Schumacher überraschende Sieg in Brasilien ist keine Garantie, dass Ferrari dank des neuen F2002 und der deutlich verbesserten Bridgestone-Reifen den »Weiß-Blauen« in Imola erneut ein Schnippchen schlagen kann. »Außerdem darf man McLaren-Mercedes nie abschreiben, auch wenn es derzeit so aussieht, als ob Williams-BMW stärker wäre«, warnte er davor, nur noch von einem WM-Zweikampf auszugehen.

Wissenscommunity