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Interview mit Michael Schumacher: "In dem Moment war ich extrem geschockt"

Ein Reifenschaden verursachte den glimpflich abgelaufenen Crash von Ralf Schumacher. In einem Interview spricht sein großer Bruder, wie er den furchtbaren Unfall erlebte.

Die Ursache für den schweren Unfall von Formel-1-Pilot Ralf Schumacher beim Großen Preis der USA ist geklärt. Ein Schaden am linken Hinterreifen seines Williams-BMW habe den Crash in Indianapolis ausgelöst, teilte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen mit. Wodurch der Reifenschaden entstand, konnte noch nicht geklärt werden. Schumacher überstand den Unfall ohne schwere Verletzungen, blieb aber zur Beobachtung im Methodist Hospital in Indianapolis. Er erlitt Prellungen am Rücken. Ob der 28-jährige Kerpener am Montag die Rückreise antritt, stand am Sonntagabend noch nicht fest.

In einem Interview mit dpa-Mitarbeiter Claas Hennig, sprach Michael Schumacher, wie er den schrecklichen Unfall erlebte.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie den Unfall Ihres Bruders Ralf gesehen haben?

Michael Schumacher: "In dem Moment war ich extrem geschockt. Das war schon sehr Besorgnis erregend. Ich hatte noch seinen Unfall von Monza im Kopf. Ich habe voll mitbekommen, wie lange Ralf im Auto saß. Dann hat aber das Team zu mir gesagt, dass er eigentlich alleine aussteigen wollte, die Ärzte ihm aber geraten haben, drinnen zu bleiben, um kein Risiko einzugehen. Das war das entwarnendste Zeichen. Aber es war ziemlich heavy, damit umzugehen."

Wären Sie nicht am liebsten ausgestiegen?

Schumacher: "Im ersten Moment ist es das, was man am liebsten tun möchte. Aber dann versucht man halt, mit der Situation umzugehen. Das ging insofern gut, weil ich ständig informiert wurde über Funk, wie es Ralf geht."

Hätte es nicht einen Rennabbruch geben müssen?

Schumacher: "Das mit dem Safety-Car war absolut notwendig. Ich denke, dass man das damit sehr gut gemanagt hat."

Inwieweit hatten die Safety-Car-Phasen zu Ihrem Sieg beigetragen?

Schumacher: "Sie haben in der Hinsicht mit dazu beigetragen, dass ich nach der ersten Safety-Car-Phase Rubens überholen konnte. Dass ich in der zweiten Phase als erster zum Boxenstopp kam, hat mir etwas geholfen. Aber auch nicht so viel, weil Rubens und ich mit unterschiedlichen Strategien unterwegs waren."

Ferrari hat erneut einen Doppelerfolg gefeiert. Haben Sie damit gerechnet, dass Ihr Teamkollege Rubens Barrichello Sie angreift?

Schumacher: "Das war zu erwarten. Er war das ganze Wochenende und im Grand Prix schnell. Aber ich konnte kontern und das Rennen nach Hause fahren. Die Freude über den Sieg ist jedoch etwas gedämpft."

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