HOME

Wirbelsäulenbruch: Saison für Ralf Schumacher gelaufen

Schock-Diagnose für Ralf Schumacher: Der BMW-Williams-Pilot hat sich bei seinem schweren Unfall in Indianapolis zwei Wirbel gebrochen. Nun droht ihm eine lange Pause.

Für Unfallopfer Ralf Schumacher ist die Formel-1-Saison nach dem niederschmetternden medizinischen Befund wohl vorbei. Spezialisten der Sportklinik in Bad Nauheim haben bei einer erneuten Untersuchung "zwei Frakturen der Wirbelsäule" festgestellt, wie Willi Weber, der Manager des Formel-1- Piloten aus Kerpen, am Mittwoch mitteilte. "Die gestrige Diagnose der Ärzte war schon der Hammer", sagte Schumacher niedergeschlagen, der sich für seinen 29. Geburtstag ein schöneres Geschenk gewünscht hätte. "Um ehrlich zu sein, hab’ ich mir meinen Geburtstag so nicht vorgestellt."

Frühster Einstieg bei den letzten beiden Grand Prix möglich

Schumacher fällt nicht nur - wie allgemein erwartet - auf Grund der Folgen des Indianapolis-Unfalls beim Großen Preis von Frankreich an diesem Wochenende in Magny-Cours aus. So wie es aussieht, kann er in diesem Jahr gar keinen Grand Prix mehr bestreiten. "Laut Auskunft der Ärzte wird der Heilungsprozess acht bis zwölf Wochen dauern. Wann Ralf wieder ins Rennauto steigen wird, ist derzeit noch unklar", erklärte Weber. Das Saisonfinale findet am 24. Oktober in Sao Paulo statt, Schumacher könnte im günstigsten Fall die letzten beiden Grand Prix in Japan (10. Oktober) und Brasilien bestreiten.

Der Williams-BMW-Pilot hatte wohl selbst nicht mehr mit so schlimmen Folgen seines schweren Unfalls beim Großen Preis der USA am 20. Juni gerechnet. Mit 326,6 km/h war Schumacher wegen eines geplatzten Hinterreifens im Scheitelpunkt der Steilkurve des Hochgeschwindigkeitskurses rückwärts in spitzem Winkel in die Betonmauer geprallt. Bei den bisherigen Untersuchungen hatten die Ärzte lediglich eine schwere Gehirnerschütterung und Prellungen im Rückenbereich festgestellt.

"Für mich zählt nur, wieder gesund zu werden"

"Was passiert ist, ist passiert - die Verletzung ist schlimmer als befürchtet, da muss ich jetzt durch", teilte Schumacher mit, nachdem er den Schock der Hiobsbotschaft weggesteckt hatte. "An der Tatsache, dass ich Ruhe brauche und weiter behandelt werde, hat sich ja durch diese Diagnose nix geändert." Es dauere jetzt eben länger, bis er völlig fit werde. "Auch wenn ich natürlich den Augenblick herbeisehne, wo ich wieder im Auto sitze, so zählt für mich im Moment nur, wieder gesund zu werden", sagte Schumacher. Dafür nehme er sich die nötige Zeit.

Offensichtlich hat Schumacher die Konsequenzen aus seinem verfrühten Comeback im Vorjahr gezogen. Nach einem schweren Testunfall in Monza war er im September 2003 beim Großen Preis von Italien wenige Tage später angetreten. Wegen zu starker Schmerzen musste der Rheinländer damals nach dem Freitagstraining aufgeben und sich durch Williams-Testpilot Marc Gené ersetzen lassen. Der Spanier dürfte ihn auch in Magny-Cours vertreten. Ob das britisch-bayerische Team angesichts von neun noch ausstehenden Rennen einen neuen Piloten sucht, ist offen.

Auf dem Magny-Cours feierte Ralf seinen letzten Grand-Prix-Sieg

Für Schumacher ist es trotz des bislang enttäuschenden Saisonverlaufs mit nur 12 Punkten - in Montréal wurde der Zweitplatzierte nachträglich wegen einer zu großen Bremsbelüftung disqualifiziert - bitter, ausgerechnet in Frankreich nicht fahren zu können. Dort feierte er im vergangenen Jahr den letzten seiner bislang sechs Grand-Prix-Siege, nachdem er zuvor als Trainingsschnellster schon die Pole-Position erobert hatte.

Elmar Dreher/DPA / DPA

Wissenscommunity