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Streit um Budgetlimit Zoff in der Formel 1: Ferrari-Teamchef droht mit Ausstieg – nach 70 Jahren

Chef des Ferarri-Teams der Formel 1: Mattia Binotto
Mattia Binotto, Teamchef und technischer Direktor des Teams Scuderia Ferrari, äußerte sich kritisch zu der geforderten Budgetlimitierung in der Formel 1
© Fabian Sommer / DPA
Durch die Corona-Krise ist die Diskussion um die Reduzierung des Budgetlimits in der Formel 1 neu entflammt. Für Ferrari würde das "signifikante Einsparungen, insbesondere im Bereich der Arbeitskräfte" bedeuten.

Aufgrund des Streits um weitere Senkungen der Ausgabengrenze droht Ferrari offenbar mit dem Ausstieg aus der Formel 1. Der Rennstall von Sebastian Vettel sperrt sich mit Macht gegen die vor allem von den kleineren Privatteams geforderte Reduzierung des Budgetlimits auf deutlich unter 138 Millionen Euro. Teamchef Mattia Binotto sagte dazu der britischen Zeitung "The Guardian": "Das geht nicht ohne weitere signifikante Einsparungen, insbesondere im Bereich der Arbeitskräfte. Sollte es noch weiter runtergehen, wollen wir nicht in eine Position gebracht werden, nach anderen Optionen schauen zu müssen, wo wir unsere Renn-DNA entfalten können."

Eine mögliche Abkehr der Scuderia würde die Rennserie ihres schillerndsten Teams berauben. Der italienische Rennstall gehört als einziger seit 1950 ohne Unterbrechung der Formel 1 an, in diesem Jahr hätte er bei normalem Saisonverlauf sein 1000. Rennen gefeiert. Die Verantwortlichen des Teams wissen auch um die Strahlkraft der Marke aus Maranello. Inwiefern andere Rennserien für Ferrari aber wirklich eine Alternative zur Motorsport-Königsklasse sein könnten, ist offen.

Auch Red Bull gegen Budgetgrenze in der Formel 1

Die schwierigen Diskussionen um die Budgetgrenze waren durch die Corona-Krise neu entflammt. Die Teams hatten sich bereits auf eine Absenkung des beschlossenen Etatlimits pro Jahr für jedes Team von 161 Millionen Euro auf 138 Millionen Euro geeinigt. Dies reicht einer Reihe von Rennställen und dem Weltverband aber nicht. Im Gespräch war zuletzt eine schrittweise Reduzierung auf rund 110 Millionen Euro.

"Wir sind uns alle bewusst, dass die Formel 1 und die ganze Welt durch die Coronavirus-Pandemie besonders schwere Zeiten durchleben. Es ist aber nicht die Zeit, voreilig zu handeln, denn dann geht man das Risiko ein, Entscheidungen in dieser Notsituation zu treffen, ohne alle Konsequenzen durchdacht zu haben", meinte Binotto. Neben Ferrari gilt auch Red Bull als Gegner einer weiteren Budgetsenkung.

meh DPA

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