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0:0 gegen den FC Malaga Dortmund verspielt fahrlässig den Sieg


Es war ein Festival der vergebenen Torchancen: Die starken Dortmunder haben gegen Malaga den Sieg verschenkt. Im Rückspiel des Viertelfinales muss jetzt ein Sieg her, um das Halbfinale zu erreichen.
Von Tim Schulze

Am Ende war es eine gefühlte Niederlage. Trotz einer starken Leistung, blitzsauberen Kombinationen und unzähligen Großchancen – nach dem torlosen Unentschieden gegen den FC Malaga war die Enttäuschung unter den Dortmundern groß. Denn das wichtigste Ziel hatten sie in der mitreißenden Partie im Stadion mit dem malerischen Namen La Rosaleda (der Rosengarten) nicht erreicht: ein Tor zu schießen. Entsprechend gedämpft war die Stimmung nach dem Schluspfiff.

Mit einem 0:0 in einem Viertelfinal-Hinspiel in der Königsklasse kann man leben, dennoch bleibt ein Rest Unsicherheit. Jetzt muss im Rückspiel in der nächsten Woche ein Sieg her, um ins Halbfinale einzuziehen. Dafür müssen die Dortmunder ein Tor schießen, mindestens. Das war dem Team von Jürgen Klopp am diesem Abend auf schon fast groteske Weise misslungen.

Ein Mann stand im Mittelpunkt: Mario Götze

"Jetzt musst du mit dem 0:0 leben, und das kann ich natürlich auch", meinte Klopp. Um gleich hinterher das Positive zu betonen: "Das war absolut in Ordnung, ein gutes Spiel von uns." Keeper Roman Weidenfeller gab pflichtgemäß eine verhaltene Kampfansage ab: "Die Partie ist erstmal offen gestaltet, aber wir spielen zuhause. Wir möchten da gewinnen und werden dies auch tun". Der Ärger über den Ausgang der Partie war mit Händen zu greifen.

Ein Mann stand bei diesem spektakulären Festival der vergebenen Torchancen im Mittelpunkt. Allein Mario Götze vergab drei hochkarätige Möglichkeiten. Zum Beispiel in der 14. Minute. Da stürmte der 20-Jährige verfolgt von einem spanischen Verteidiger auf das gegnerische Tor zu, schloss aber zu früh ab. Keeper Willy Caballero parierte sicher. Genau wie vier Minuten später. Götze kam im Sechzehner aus halbrechter Position frei zum Schuss, der aber direkt auf den Keeper flog. "Ich hätte der Mannschaft sehr helfen können, mindestens einen machen müssen", klagte Götze hernach. Den Höhepunkt der Dortmunder Misere lieferte Robert Lewandowski, als ihm, perfekt von Götze eingesetzt, freistehend am Elfmeterpunkt der Ball versprang und harmlos ins Aus trudelte.

Auch Marco Reus, Ilkay Gündogan, Kevin Großkreutz und Kapitän Sebastian Kehl – sie vergaben eine Gelegenheit nach der anderen. Es fehlte die "allerletzte Konsequenz das Tor machen zu wollen", meinte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Klopp brachte schließlich in der 69. Minute Julian Schieber für Reus. Das war eine aussagekräftige Maßnahme. Reus, der mit seiner brillanten Technik manchmal zu verspielt und zu leichtgewichtig über den Platz fliegt, wurde durch einen gelernten Torjäger ersetzt. Allerdings führte der Wechsel nicht zum erwünschten Erfolg. Folgerichtig blieb den Dortmundern nach dem Schlusspfiff nichts anderes übrig, als die Defensive zu loben. "Wichtig ist, dass wir die Null gehalten haben", meinte Gündogan. Klopp sah in der Tatsache, dass sein Team kein Tor kassiert hatte, einen "Reifeprozess."

Dortmund macht - fast - alles richtig

Sein Team hatte im Grunde alles richtig gemacht gegen den Tabellenfünften der Primera Divison. Die Abwehr agierte sicher. Malaga hatte im gesamten Spiel nur zwei gute Einschussmöglichkeiten, die von Weidenfeller glänzend pariert wurden. Wenn der BVB tiefer stand, setze er Konter wie aus dem Lehrbuch. Pressing und Balleroberung funktionierten phasenweise exzellent.

Gerade in der ersten Halbzeit legten beide Mannschaften in ein irrwitzig hohes Tempo an den Tag, was auf beiden Seiten zu einigen Fehlpässen führte. Der südspanische Club bewies, dass er es nicht durch Zufall ins Viertelfinale der Champions League geschafft hatte. Malaga war ballsicher, kombinationsstark und schaffte es seinerseits immer wieder, die Dortmunder unter Druck zu setzen. Das Ergebnis war eine sehenswerte und hochklassige Partie – nur leider ohne Tore für die bessere Mannschaft.


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