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1. Bundesliga Bayern schießen den HSV tiefer in die Krise

Wenn Marcell Jansen konstatiert, dass Bayern "zwei Klassen stärker" war, Michael Oenning klagt, dass seine Mannschaft selbst "einfachste Dinge nicht" hinbekommen habe und Uwe Seeler seinen Kummer im Alkohol ertränken will, steht es schlimm um den HSV. Nach dem Debakel von München droht eine stürmische Woche.

Am Ende war der HSV mit dem 0:5 noch gut bedient gewesen. "Wenn wir noch ein bisschen schärfer sind, schießen wir auch noch das 6:0, 7:0, 8:0", erklärte Arjen Robben, der mit seinen Bayern die Gäste über 90 Minuten fast nach Belieben vorgeführt hatte.

"Weltklasse", lautete am Ende das Fazit von HSV-Sportdirektor Frank Arnesen. Das musste der Däne auch sagen, um seiner eigenen Mannschaft nicht die Bundesligatauglichkeit absprechen zu müssen.

Konzept über den Haufen geworfen

"Ich muss das erst mal verdauen und dieses 0:5 runtertrinken", zitierte sueddeutsche.de die restlos bediente Club-Legende Uwe Seeler. Denn die Leistung des HSV über 90 Minuten entsprach keineswegs den Ansprüchen, die an Teams in Deutschlands höchste Spielklasse gestellt werden. Die Einstellung hatte zu keinem Moment gestimmt.

Mut- und ideenlos waren die Norddeutschen zu Werke gegangen, ließen darüber hinaus jegliche Aggressivität vermissen. Sie gingen nicht in die Zweikämpfe und boten dem Rekordmeister eher Geleitschutz als ernsthafte Gegenwehr und wurden nach Belieben vorgeführt. Das auf Defensive ausgelegte Konzept von Trainer Michael Oenning war so natürlich nicht erfolgreich umzusetzen gewesen. "Wir wollten eine gewisse Spielweise zeigen, doch davon hat man heute nichts gesehen, weil wir zu ängstlich waren. Wir müssen anders Fußball spielen und nicht so", erklärte David Jarolim laut spiegel.de.

Einfachste Dinge funktionierten nicht mehr

Noch vernichtender fiel das Fazit von Trainer Oenning aus. "Wir haben im Laufe des Spiels selbst die einfachsten Dinge nicht mehr hinbekommen, das war erschreckend", analysierte er fassungslos und flüchtete sich in Sarkasmus: "Das einzig Positive ist, dass wir jetzt wissen, was die Stunde geschlagen hat."

Wenn es nach Seeler ginge, hätte wohl dem Trainer bereits die Stunde geschlagen. "Die Jungs haben sich kampflos ergeben. So kann man kein Spiel gewinnen. Da muss sich schnell was ändern! Die Argumente für Oenning muss ich schnell hören", hatte Seeler laut mopo.de erklärt.

Die nackten Fakten lesen sich vernichtend. Nach der 1:3-Demontage von Dortmund, dem mageren 2:2 gegen Hertha und der Watschn von München steht der HSV mit lediglich einem Punkt aus drei Spielen und 3:10 Toren auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der schlechteste Saisonstart seit 1972 beweist: Das Konzept mit neuen und jungen Spielern einen Umbruch bei den Hanseaten einzuleiten, braucht noch viel Zeit. Vor allem die Defensive ist derzeit nicht bundesligatauglich.

Nur der nächste Gegner macht Mut

Eine Trainerdiskussion wird vonseiten des Clubs derzeit trotzdem nicht geführt. "Wir stützen den Trainer. Er kriegt die Zeit, die er braucht. Ich vertraue dem technischen Stab", erklärte Arnesen. Doch trotz dieser Rückendeckung wird es in Hamburg keine Ruhe geben. Marcell Jansen prophezeite eine stürmische Woche: "Es wird jetzt knallen - überall!"

Mut macht dem derzeit am Boden liegenden HSV derzeit nur, dass in der nächsten Woche der 1. FC Köln anreist. Der steht in der Tabelle als einziges Team noch hinter dem HSV und war für fünf Monaten Gegner beim bisher einzigen Bundesliga-Sieg von Oenning in Diensten der Hamburger.

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