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1. Bundesliga: Hertha BSC mit dem BVB vor der Brust - Tretschok im Fokus

Bei der Hertha geht's rund. Interimstrainer Rene Tretschok macht seine Spieler heiß für den BVB, während Manager Preetz im Hintergrund den neuen Trainer sucht. Krassimir Balakov gilt als einer der Favoriten.

Pünktlich um 10 Uhr begann für die Herthaspieler die erste Übungseinheit unter Interimscoach Rene Tretschok und seinem Assistenten Ante Covic.

Tretschok fordert "Leidenschaft und Willensstärke"

Vier Tage vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund war dabei sofort zu spüren, auf was es dem neuen Mann an der Linie ankommt. "Wir müssen die Tugenden reinbringen, die uns in die Lage versetzen, auch so ein Spiel positiv zu gestalten“, sagte Tretschok, der 1997 mit Dortmund Champions-League-Sieger wurde. Nur mit "Leidenschaft und Willensstärke“ sei gegen den BVB etwas zu holen.

Er will in den Trainingsstunden bis zum Samstag in die Spielerköpfe bekommen, dass für Hertha vor 70 000 Fans im Olympiastadion auch gegen den derzeit übermächtig erscheinenden BVB etwas zu holen ist.

Genau das lebte er auf dem Trainingsplatz vor. Immer wieder feuerte er die Spieler lautstark an, war mit Leib und Seele dabei. "Man hat erkannt, dass die Mannschaft sehr fokussiert ist und sehr leidenschaftlich gearbeitet hat“, verteilte Tretschok direkt sein erstes Lob an Torwart Thomas Kraft und Kollegen.

Zehnmal sieglos und den BVB vor der Brust

Viel Zeit bleibt Tretschok nicht, um die seit zehn Spielen sieglose Hertha für die Aufgabe gegen Dortmund vorzubereiten. Viel ändern wolle das Trainerduo ohnehin nicht, "aber die Spieler gut auf Dortmund einstellen“, betonte Tretschok. Eine erste Gesprächsrunde mit dem Spielertrio Raffael, Ronny und Adrian Ramos hatte er schon am Dienstagnachmittag angesetzt.

Im Hintergrund ist Manager Preetz derweil damit beschäftigt einen neuen Trainer zu finden. Als aussichtsreiche Kandidaten für die Nachfolge von Michael Skibbe gelten derzeit der Bulgare Krassimir Balakow und Thomas Doll. Auch der vor wenigen Tagen bei 1899 Hoffenheim beurlaubte Holger Stanislawski ist einer der Namen, die durch die Berliner Medien geistern.

Preetz bei Trainersuche unter Druck

Der Club selbst nannte noch keine konkreten Namen. Manager Michael Preetz erklärte auf einer außerordentlichen Präsidiumssitzung 32 Stunden nach der Skibbe-Beurlaubung, man wolle mit der "gebotenen Sorgfalt“ nach einem neuen Mann suchen. Auch Preetz selbst steht, nach der bereits vierten Trainer-Entlassung während seiner eineinhalbjährigen Amtszeit, unter Druck. Nicht nur für den Manager, sondern für den ganzen Club ist es wohl die letzte Chance, den erneut drohenden Abstieg zu verhindern.

Tretschok kommt als langfristige Lösung jedenfalls nicht in Frage, da er die notwendige Fußball-Lehrer-Lizenz erst im kommenden Jahr erwerben will. Der Verein betonte jedoch, dass Tretschok gegen Dortmund "auf alle Fälle auf der Trainerbank“ sitzen wird.

Tretschok mit Geduld - und Verletzungssorgen

Tretschok selbst will sich von den Gerüchten nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern sich auf die Arbeit mit der Mannschaft konzentrieren. "Ich war 17 Jahre Profi, die Erfahrung hilft. Es gehört einfach zu, dass es Nebengeräusche gibt“, sagte er.

Als wäre die Situation derzeit nicht schwer genug, plagt die Hertha auch noch das Verletzungspech. Neben dem gesperrten Andreas Ottl, steht auch hinter den Einsätzen von Pierre-Michel Lasogga (Oberschenkelprobleme), Felix Bastians (Zehenprellung), Lewan Kobischwili (Wadenprellung), Fabian Lustenberger (Fußprellung) und Christian Lell (Muskelverletzung) derzeit noch ein Fragezeichen.

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