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1. Bundesliga: Werders Transferoffensive - Sturm bleibt Problemzone

Plötzlich ging es ganz schnell: Nach den Abgängen einiger Topstars wie Claudio Pizarro oder Tim Wiese hat Werder Bremen auf dem Transfermarkt einen Gang zugelegt und innerhalb von zwei Tagen drei neue Spieler verpflichtet. Allerdings fehlen die großen Namen und im Sturm herrscht immer noch hanseatische Ebbe.

Ganz hinten ist schon einmal alles geklärt. Vier Torhüter und fünf Innenverteidiger stehen nach einer ungewöhnlichen Transferoffensive zur Mitte dieser Woche im Profikader von Werder Bremen. Die Problemzone der Bremer liegt indes weiter vorne: Zwei neue Stürmer muss Clubchef Klaus Allofs nach dem Verlust von Claudio Pizarro und dem freiwilligen Verzicht auf Markus Rosenberg noch suchen.

"Es wird im Sturm sicher nicht nur ein Neuer sein", sagte Allofs und sprach von "Handlungsbedarf". Doch beim dringend notwendigen Neuaufbau nach zwei Spielzeiten ohne Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb stehen noch mehr Veränderungen auf dem Programm: "Auch in anderen Mannschaftsteilen wollen wir uns noch verstärken."

Werder: Überbesetzung in der Innenverteidigung

Dabei muss Werder weiter sparen und kann nicht 15 Millionen investieren, wie zuletzt kolportiert wurde. "Das ist absolut falsch", sagte Allofs. Dass durch mehrere Abgänge wie Pizarro, Tim Wiese, Tim Borowski oder Marko Marin hohe Gehälter eingespart wurden, "das bedeutet nicht, dass wir 15 Millionen für Transfers ausgeben können".

Nachdem die Torhüter Raphael Wolf (SV Kapfenberg) und Richard Strebinger (Hertha BSC II) sowie Assani Lukimya-Mulongoti (Fortuna Düsseldorf) ohne oder gegen sehr geringe Ablöse gekommen sind, muss Allofs für das neue Offensiv-Personal Geld in die Hand nehmen. Die bisher geholten Spieler sind eher Herausforderer für die verbliebenen Werder-Profis.

Vor allem in der Innenverteidigung ist Werder eher überbesetzt. Als gesetzt gilt Sokratis, daneben erheben aber auch Naldo und Sebastian Prödl Ansprüche auf einen Stammplatz, Lukimya und der im Winter gekommene Francois Affolter gelten als Herausforderer. Möglicherweise kommt aber bei Naldo noch Bewegung rein, ein Abgang des Brasilianers erscheint zumindest nicht unwahrscheinlich. Im Angriff benötigen die Bremer indes eine komplett neue Erstbesetzung.

Petersen bleibt Werders Wunschkandidat

Pizarro und Rosenberg schossen in der abgelaufenen Saison zusammen immerhin 28 der 49 Werder-Tore. Das zeigt, wie groß der Bedarf bei den Bremern ist. Marko Arnautovic und Denni Avdic konnten die Erwartungen bisher nicht einmal ansatzweise erfüllen. Niclas Füllkrug und Johannes Wurtz, der zur neuen Saison vom Drittligisten Saarbrücken kommt, sind Talente, die als Symbol des neuen Werder-Wegs gelten, aber nicht die Rolle des ersten Angreifers besetzen können.

Erster Kandidat bleibt Nils Petersen, zu dem sich die Werder-Verantwortlichen ungewohnt offensiv äußerten. "Er ist ein sehr interessanter Spieler, wir schauen mal, was da zu machen ist", sagte Trainer Thomas Schaaf über den jungen Angreifer, der sich nach dem Wechsel von Energie Cottbus zu Bayern München nicht durchsetzen konnte.

Der Stürmer selbst erklärte nun im Fachmagazin Kicker: "Wenn ich gehe, dann kommt nur Bremen infrage." Neben Petersen wird auch Olivier Occean von Aufsteiger Greuther Fürth gehandelt, für das Mittelfeld könnte Kim Källström von Olympique Lyon kommen.

Zum 1. Juli hat Werder einen weiteren Stürmer im Kader, aber auf die Rückkehr von Sandro Wagner scheint in Bremen niemand scharf zu sein. Die vereinbarte Ausleihe über anderthalb Jahre ist durch den Abstieg des 1. FC Kaiserslautern beendet, Wagner hat in Bremen einen bis 2014 gültigen Vertrag. "Wir müssen eine für alle sinnvolle Lösung finden", drückte es Allofs diplomatisch aus – und hofft auf neue Interessenten für Wagner.

sportal.de / sportal

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