40 Jahre Bundesliga Ausländer in der Bundesliga


dfg

Beim Start der Fußball-Bundesliga vor 40 Jahren waren sie noch zu dritt, heute machen sie einen Großteil einer jeden Mannschaft aus. Ausländer haben in der Elite-Liga die Oberhand gewonnen. Zum Anpfiff am ersten Bundesliga-Spieltag (26. August 1963) standen mit dem Österreicher Wilhelm Huberts (Eintracht Frankfurt), dem Niederländer Jakobus Prins (1. FC Kaiserslautern) sowie dem Jugoslawen Petar Radenkovic (1860 München) gerade drei Nicht-Deutsche Spieler auf dem Platz. In 40 Jahren Bundesliga folgten ihnen mehr als 1000 Legionäre - und am letzten Spieltag 2002/2003 standen mehr als 150 Ausländer auf dem Platz.

<zweiti>"Radi" Radenkovic erster Auslandsstar der Bundesliga

Doch mit Radenkovic hatte die Liga von Anfang einen ausländischen Star. Berühmt und gefürchtet bei Gegnern und auch Mitspielern war der stürmende "Löwen"-Keeper wegen seiner Ausflüge in die gegnerischen Hälfte. "Das ist modernes Spiel", erklärte er stets. "Radi" war der Erste, der Fußball auch als Show verstand ("Bin i Radi, bin i König" hieß damals sein Hit). Und er war der Erste aus Jugoslawien. Jenem Land, aus dem mit knapp 100 Profis so viele wie aus keinem anderem nach Deutschland kamen - mit ganz unterschiedlichen Erfolgen.

Skurriles am Rhein

Wenig davon hatte der 1. FC Köln bei seinen Transfer-Aktivitäten auf dem Balkan. Zum Probetraining erschien 1965 noch Zvezdan Cebinac, verpflichtet wurde aber versehentlich dessen untalentierter Zwillings-Bruder Srdjan. Zvezdan glänzte dagegen zwei Jahre später beim 1. FC Nürnberg als "Zick-Zack" Cebinac.

"Mit links abgerotzt - drin war die Kirsche"

Unvergessen seit den 70er Jahren ist der Niederländer Willi Lippens (Rot-Weiß Essen). Da er wie eine Ente über den Platz "watschelte" und mit ausgestrecktem Hintern den Gegner vom Ball fern hielt, wurde aus Willy schnell «Ente» Lippens. «Ballgefühl» im Gesäß hatte auch Hans «Buffy» Ettmayer (VfB Stuttgart). Der Österreicher stoppte gelegentlich das Spielgerät mit dem Po. Und Tore beschrieb er so: "Mit links abgerotzt - drin war die Kirsche".

Mit Keegan kamen die ersten Stars

Mitte der 70er heuerten die ersten Welt-Stars in der Bundesliga an. Der Engländer Kevin Keegan (Hamburger SV), Europas Fußballer des Jahres 1978 und 1979, etwa. Oder der Däne Allan Simonsen (Borussia Mönchengladbach), den sie wegen seiner tollen Dribblings verehrten. Bekannt durch ihre Spielkunst wurden auch die Brasilianer, die seit den 80ern die Liga beleben. Tita (Bayer 04 Leverkusen) war 1987 der Erste, mehr als 60 Landsleute machten es ihm nach. 1994 führte in Carlos Dunga (VfB Stuttgart) sogar ein Deutschland-Legionär die "Sleção" ls Kapitän zum WM-Titel. Die ersten Afrikaner kamen Anfang der 90er Jahre; bei Eintracht Frankfurt unterschrieb 1990 der Ghanaer Anthony Yeboah. Aus Kamerun, Namibia, Mali, Nigeria, Sambia, Senegal, Südafrika, und Zaire folgten ihm mehr als 60 Spieler.

Auch der erste «Millionen-Einkauf» war ein Legionär. Für den Belgier Roger van Gool überwies der 1. FC Köln 1976 eine Million Mark an den FC Brügge. 27 Jahre später zahlte Borussia Dortmund für den Brasilianer Marcio Amoroso die Rekord-Ablöse von 50 Millionen Mark.

Einen Ausländer-Boom erlebte die Liga nach dem Urteil des EU- Gerichtshof am 15. Dezember 1995. Nach jahrelangem Kampf des belgischen Ex-Profis Jean-Marc Bosman hob der Gerichtshof unter anderem die Begrenzung der EU-Ausländer auf. Der Weg war frei, es kamen immer mehr Legionäre. Das führte dazu, dass Energie Cottbus am 6. April 2001 beim 0:0 gegen den VfL Wolfsburg als erster Club sogar elf Ausländer aufbot, drei weitere wurden zudem noch eingewechselt.

Kaspar Kam DPA

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