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Aufstieg in die 2. Liga: Paderborn nach 22 Jahren zurück

Zwei Regionalligisten standen mehr oder weniger als Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest. In letzter Minute hat auch Paderborn den Sprung ins Unterhaus geschafft - und trennt sich von seinem Erfolgstrainer.

Eintracht Braunschweig und der SC Paderborn sind in die 2. Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Am letzten Spieltag der Regionalliga Nord gewannen die Niedersachsen am Samstag mit 3:2 (1:2) gegen Arminia Bielefeld Amateure. Vor 23.500 Zuschauern erzielten Daniel Graf (38., 61.) und Jürgen Rische (75./Foulelfmeter) die Treffer für Gastgeber Braunschweig. Ebenfalls im Unterhaus ist ab der nächsten Saison Paderborn.

In der Stunde des größten Erfolges konnte Pawel Dotschew seine Tränen nicht verbergen. Mit einem 4:0-Erfolg bei den Amateuren des VfL Wolfsburg führte der Trainer am Samstag den SC Paderborn 07 in die 2. Bundesliga. "Wir wurden für unsere gute Arbeit belohnt, bei mir überwiegen die Emotionen", sagte der Bulgare mit verweinten Augen, dessen Vertrag bei den Ostwestfalen nicht verlängert wurde. Seim Amt übernimmt der Niederländer Jos Luhukay.

In drei Jahren an der Bundesliga-Tür anklopfen

"Zunächst geht es nur um den Klassenerhalt, in etwa drei Jahren möchten wir aber mal versuchen, an die Tür zur Bundesliga zu klopfen", sagte der Vereins-Vorsitzende Wilfried Finke. Der 54 Jahre alte Inhaber einer Möbelhauskette ist zugleich als Hauptsponsor und Mäzen engagiert und stattete alle Leistungsträger des Aufstiegsteams bereits mit langfristigen Verträgen aus. "Wir brauchen nur noch punktuelle Verstärkungen, um die Qualität des Kaders zu erhöhen", sagte Finke, der für die nächste Saison mit einem Etat von rund sechs Millionen Euro plant.

Unabhängig vom Aufstieg beginnen in den nächsten Tagen die Bauarbeiten für ein neues, knapp zehn Millionen Euro teures Stadion, deren Finanzierung durch Privatinvestoren gesichert sein soll. Bereits im Januar 2006 soll in der 15.000 Zuschauer fassenden, komplett überdachten Fußball-Arena der Spielbetrieb aufgenommen werden. "Der Komfort wird eine Besucherwelle auslösen, zumal wir im Umkreis mit Arminia Bielefeld und LR Ahlen nur zwei Mitbewerber aus dem Profifußball haben", glaubt Finke, der zunächst mit einem Schnitt von 6000 Zuschauern kalkuliert.

Lizenz ohne Auflagen

Zumindest in der Hinrunde wird der SC Paderborn aber noch im alten Stadion am Hermann-Löns-Weg auflaufen, die fehlenden Flutlichtmasten seien kein Problem. "Wir haben die Lizenz ohne Auflagen erhalten", sagte Finke. 22 Jahre mussten die Paderborner auf die Rückkehr ins Profigeschäft warten. In der Saison 1982/83 war der Vorgängerverein TuS Schloß Neuhaus in der 2. Liga aktiv, stieg aber nach nur einem Jahr als abgeschlagener Tabellenletzter wieder ab. Nach finanziellen Schwierigkeiten kam es 1997 zur Umbenennung in SC Paderborn 07, vor fünf Jahren erlebte der Club durch den Abstieg in die viertklassige Oberliga Westfalen seinen bisherigen Tiefpunkt.

Aus dem Süden steigen Kickers Offenbach und die Spielfreunde Siegen in die zweite Bundesliga auf. Die Hessen hatten vor dem letzten Spieltag die besten Aufstiegskarten und siegten auswärts bei den Amateuren von Mainz 05 mit 0:1. Die Siegener schossen bei Darmstadt 98 zehn Minuten vor Schluss den 3:2-Siegtreffer. Auch der FC Augsburg hatte noch vor dem 34. Spieltag die Hoffnung nach 22 Jahren wieder im Profifußball spielen zu können. Doch eine 1:2-Niederlage gegen Jahn Regensburg war zuwenig.

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