Ballack-Kritik Löw fühlt sich schwer getroffen


Die Angriffe von Michael Ballack haben Bundestrainer Joachim Löw offenbar schwer getroffen. Das sagt sein langjähriger Anwalt Christoph Schickhardt. Der DFB-Kapitän müsse sich jetzt entschuldigen, sonst fliege Ballack aus der Nationalmannschaft.

"Er war zuerst völlig fassungslos und enttäuscht von seinem Kapitän. Speziell der Vorwurf, mangelnden Respekt zu zeigen, hat ihn tief verletzt. Da ist ihm der Kragen geplatzt. Für ihn ist Respekt geradezu eine Handlungsmaxime", sagte Löws langjähriger Anwalt Christoph Schickhardt in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung."

Der Ludwigsburger Sportanwalt machte zudem deutlich, dass beim geplanten Treffen zwischen Löw und Ballack "das Wort Gespräch in diesem Zusammenhang der falsche Begriff ist. Anhörung trifft die Sache wohl besser. Von deren Verlauf macht der Bundestrainer seine Entscheidung abhängig", erklärte Schickhardt.

Schickhardt: Ballacks Äußerungen sind völlig daneben

Die Äußerungen Ballacks bezeichnete er "sowohl inhaltlich als auch in der Form völlig daneben". Der England-Legionär vom FC Chelsea habe die Kugel ins Rollen gebracht, "es liegt an ihm, sie wieder zu stoppen. Er muss eine Situation schaffen, die es Joachim Löw ermöglicht, ihn zu berücksichtigen. Ich weiß im Moment nicht, wie Ballack die Kurve kriegen will", meinte Schickhardt weiter.

Ballack würde die Tür für interne Kritik "sperrangelweit" offen stehen, "niemand sollte sich aber in der Durchsetzungskraft und Konsequenz von Joachim Löw täuschen". Schickhardt wollte deshalb auch einen Rauswurf des Kapitäns nicht ausschließen: "Joachim Löw wird angemessen und respektvoll mit ihm umgehen - das schließt die Möglichkeit jeder Entscheidung ein."

Telefonisch wurde ein Treffen vereinbart

Löw und Ballack hatten am Donnerstag in einem kurzen Telefonat vereinbart, sich möglichst schnell in Deutschland zu treffen. Dieser Plan droht allerdings zu platzen, da der FC Chelsea seinem 32 Jahre alten Angestellten die Reise derzeit verbietet. Ballack befindet sich nach einer Fußoperation in der Rehabilitation, deshalb sei es nicht gut für ihn, "wenn er jetzt fährt", sagte Chelsea-Coach Luiz Felipe Scolari.

SID SID

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