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Champions League: 120 Sekunden zerstören Leverkusens Traum von Sensation in Barcelona

Bis zur 80. Minute roch es nach der Sensation: Bayer Leverkusen hatte stark gespielt, führte mit 1:0 im legendären Camp Nou. Doch dann folgten niederschmetternde 120 Sekunden.

Geknickt verlassen Trainer Roger Schmidt und Kapitän Lars Bender den Platz vom Camp Nou

Das sitzt tief: Geknickt verlassen Trainer Roger Schmidt und Kapitän Lars Bender den Platz vom Camp Nou, nachdem sie die Sensation gegen Barca nur knapp verpasst haben.

Bayer Leverkusen hat den Überraschungscoup beim FC Barcelona knapp verpasst, aber an Ansehen gewonnen. "Wir sind traurig, dass wir das Spiel nach hinten raus verloren haben", sagte Bayer-Chefcoach Roger Schmidt nach dem 1:2 (1:0) am Dienstag im zweiten Gruppenspiel der Champions League. "Meine Mannschaft hat sehr gut gespielt."

Bis zur 80. Minute lag die Sensation im Stadion Camp Nou in der Luft, bis Sergi Roberto (80.) und Luis Suárez (82.) mit einem Doppelschlag die drohende Blamage für den Titelverteidiger noch abwendeten. Die dramatische Wendung eines Spiels, das Leverkusen zu diesem Zeitpunkt längst hätte für sich entscheiden können: Der Werksverein hatte einige Großchancen wie die von Javier "Chicharito" Hernández nach 67 Sekunden und vor allem in der 50. Minute, als der mexikanische Neuzugang aus sechs Metern unbedrängt hoch über das Tor schoss. "Wir waren dem Sieg so nahe wie nie, doch der Druck ist am Ende so groß geworden, dass wir nicht mehr standhalten konnten."

Den Führungstreffer für den Fußball-Bundesligisten hatte bereits in der 22. Minute Kyriakos Papadopoulos geköpft. Dabei machte der zuletzt in die Kritik geratene deutsche Torwart bei Barcelona, Marc-André ter Stegen, keine gute Figur. "Nach hinten raus hat uns die Kraft gefehlt", meinte Leverkusens Rechtsverteidiger Roberto Hilbert. "Wir haben uns teuer verkauft und können positiv in die Zukunft schauen."

Konnten dem Druck nicht mehr standhalten

Enttäuscht über die Niederlage, aber zufrieden über die gute Leistung war auch Bayer-Schlussmann Bernd Leno. "Es ist ärgerlich, weil wir Barça im Griff hatten. Dass man sie vorne nicht ganz ausschalten kann, ist klar", sagte er. 

Eine auch mit einem Sieg gekrönte Revanche für das 1:7-Debakel beim letzten Bayer-Gastspiel im März 2012 - der höchsten Europacup-Pleite der Vereinsgeschichte - war trotzdem möglich, auch weil der FC Barcelona ohne seinen verletzten Superstar Lionel Messi lange Zeit dem Ruf, der beste Fußballclub der Welt zu sein, nicht gerecht wurde.  "Er ist der beste Spieler der Welt und es ist ein Vorteil, wenn er nicht mitspielt. Aber Barcelona ist auch so eine Supermannschaft", meinte Schmidt.

Hätte, wenn und aber

"Wir gehen mit einem guten Gefühl schlafen. Es ist keine Schande hier so verloren zu haben.", sagte Leno. Und auch in der Gruppe E ist noch nichts verloren und der Sprung ins Achtelfinale möglich. Schließlich gewann der FC BATE Borissow mit 3:2 gegen AS Rom. In den ersten Gruppenspielen war Bayer mit 4:1 gegen die Weißrussen erfolgreich gewesen, während Barça nur ein 1:1 in Rom erreichte, wohin Leverkusen am 20. Oktober reisen muss. "Mit einem Sieg wären wir im Kampf um Platz zwei durch gewesen", meinte Weltmeister Christoph Kramer, "hätte, wenn und aber" nütze aber nun nichts.

jka / DPA

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