Bestechungsaffäre Milan S. aus Haft entlassen


Überraschende Freilassung im Fußball-Wettskandal: Der inhaftierte Kroate Milan S. ist wieder auf freiem Fuß. S. erhielt gegen eine Kaution von 40.000 Euro Haftverschonung.

Wie der Sprecher der Berliner Justizbehörde Michael Grunwald am Abend bestätigte, erhielt S. gegen eine Kaution von 40.000 Euro Haftverschonung, nachdem er sich zuvor bei einer Vernehmung "umfangreich und detailliert zu Sache eingelassen" habe.

Dabei habe S. seine bisherige Darstellung deutlich verändert, betonte Grunwald. Seine aktuelle Darstellung decke sich in weiten Teilen mit den Ergebnissen der Ermittlungen. Zu den genaueren Einlassungen wollte Grunwald keine Angaben machen.

Manipulationsversuch in der türkischen Spitzenliga

Wie "Spiegel Online" berichtete, machte S. Angaben, die den Wettskandal auf eine internationale Ebene ausweiten. So soll er zugegeben haben, dass man im Jahr 2004 auch ein Spiel der türkischen Spitzenliga "Süper Lig" habe manipulieren wollen. Laut "Spiegel Online" soll es sich dabei um die Partie zwischen MKE Ankaragücü und Galatasaray Istanbul gehandelt haben.

Wie der Onlinedienst weiter berichtete, soll S. im April 2004 in die Türkei gereist sein, um einen damaligen Mittelfeldspieler des Vereins MKE Ankaragücü sowie einen Teamkollegen mit 15.000 Euro zu bestechen. Für die Summe sollte der Spielverlauf der Begegnung am 10. April 2004 beeinflusst werden, so der Vorwurf. Ziel sei gewesen, dass Ankara das Spiel verliere. Letztlich sei die Manipulation aber gescheitert, da der Mittelfeldspieler nicht aufgestellt worden sei, hieß es weiter. Das Spiel am 29. Spieltag sei 1:0 für Ankara ausgegangen.

Gestützt wurden die Angaben von Milan S. durch mehrere Beweise wie dem SMS-Verkehr zwischen den Brüdern Ante und Milan S. und dessen Passdaten. Milan S. war Betreiber des "Cafe King", das nach Ansicht der Berliner Staatsanwaltschaft das logistische Zentrum der Manipulationen gewesen sein soll.

AP


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