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Blamables BVB-Aus: "Fangen wieder bei Null an"

Die Aufbruchstimmung beim BVB unter dem neuen Trainer Bert van Marwijk ist schon vor dem Bundesliga-Start verflogen: Das blamable Aus im UI-Cup gegen KRC Genk bedeutet für den Verein eine kleine Katastrophe - vor allem finanziell.

Borussia Dortmunds Fußball-Profis stehen zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start am Nullpunkt. Mit einer blamablen Vorstellung hat sich der Champions-League-Gewinner von 1997 am Samstag aus dem UI-Pokal verabschiedet und damit die Aussicht auf wichtige Zusatzeinnahmen aus dem angepeilten UEFA-Cup-Wettbewerb leichtfertig verspielt.

"Für den Verein und die Mannschaft ist das eine kleine Katastrophe. Ein klein wenig ist die Aufbruchstimmung jetzt dahin", sagte Nationalspieler Sebastian Kehl nach dem bitteren 1:2 (0:1) im Drittrunden-Rückspiel gegen den belgischen Verein KRC Genk. "Jetzt fangen wir wieder bei Null an."

Der "neue BVB": Was können die Schwarz-Gelben in der neuen Saison erreichen?

Bert van Marwijk "schwer enttäuscht"

Dabei sollte mit dem neuen Trainer Bert van Marwijk vieles anders werden. Von Neuanfang und Aufbruchstimmung war die Rede, doch "in der ersten Halbzeit haben wir nahezu alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Das Ausscheiden ist für mich eine Riesenenttäuschung", befand der Niederländer nach der 50. Europacup-Niederlage des BVB. Vor 47 800 Zuschauern im Westfalenstadion sorgte Genks Angreifer Igor de Camargo (13./86.) für das Aus der Borussia. Leonardo Dede weckte mit dem 1:1 (55.) nur für kurze Zeit Hoffnungen. "Diese Leistung kann man nicht erklären, alles muss besser werden", sagte der BVB-Kapitän.

Unerklärlich schwache Leistung

"Mir ist vieles deutlich geworden, was sich bis zum Bundesliga- Start ändern muss", meinte van Marwijk nach dem Rückschlag. Von den elf Spielern, die in den ersten 45 Minuten auf dem Platz standen, hätte der Niederländer eigentlich die meisten auswechseln müssen. Erfahrene Kräfte wie Lars Ricken, der wie schon beim 1:0-Hinspielsieg vor einer Woche im Mittelfeld kaum Akzente setzen konnte, Ewerthon, Evanilson, vor allem aber die Innenverteidiger Ahmed Madouni und Andre Bergdölmo waren extrem schwach. Dass Madouni (90.) wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen wurde, passte in das Bild.

Hoffnung auf die EM-Stars

Die BVB-Hoffnungen ruhen nun auf der Rückkehr der Nationalspieler Jan Koller, Tomas Rosicky und Niclas Jensen. "Das sind Profis, die ein anderes Niveau haben", meinte van Marwijk. Doch noch immer ist nicht ganz sicher, ob die Tschechen Koller und Rosicky weiter für die Schwarz-Gelben auflaufen werden. Gegen den Vorjahres-Vierten der belgischen Liga saßen die beiden EM-Teilnehmer auf der Tribüne und fanden kaum Gefallen an der Vorstellung ihrer Kollegen.

Muss der BVB Stars verkaufen?

Koller wird von Olympique Marseille umworben, Rosicky hat erst vor wenigen Tagen erneut Wechselabsichten geäußert. "Ich gehe davon aus, dass sie bleiben", sagte van Marwijk zwar, doch BVB-Manager Michael Meier ließ erkennen, dass man Koller bei einem entsprechenden Angebot der Franzosen wohl ziehen lassen würde. Das würde einerseits die Finanznot lindern, wäre andererseits keine gute Aussicht auf die neue Spielzeit, in der man die Enttäuschungen der vergangenen Saison vergessen machen will.

"Ich habe einen Weg eingeschlagen, von dem ich mich nicht abbringen lasse", sagte van Marwijk. Den ersten Beweis dafür müssen jetzt seine Spieler liefern - am 7. August gegen den VfL Wolfsburg. Für Dede hat das 1:2 gegen Genk zumindest einen positiven Effekt: "Vielleicht hat uns dieses Ergebnis frühzeitig wach gerüttelt."

Wolfgang Müller, DPA / DPA

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