HOME

Aktion der Fanabteilung: Wie der BVB mit Bier gegen Nazis kämpft

Dortmund ist eine Hochburg der Neonazi-Szene. Auch in den Reihen der BVB-Fans gibt es zahlreiche Rechtsextremisten. Die Fanabteilung des Clubs will deshalb ein Zeichen setzen - mit Bierdeckeln.

Auch Klopp findet's gut und präsentiert den gelben Anti-Rassismus-Bierdeckel

Auch Klopp findet's gut und präsentiert den gelben Anti-Rassismus-Bierdeckel

Die Fanabteilung von Borussia Dortmund will eine Zeichen gegen Rechts setzen. Und wie erreicht man Fußballfans am besten? Genau, mit Bier. Seit dem vergangenen Wochenende verteilen zahlreiche Helfer eine Million Bierdeckel in Kneipen, Bars und Restaurants in der ganzen Stadt. Darauf steht: "Kein Bier für Rassisten".

Wer also in Dortmund ein Bier trinken geht, bekommt gleich die entsprechende Botschaft mitgeliefert. Außerdem befindet sich ein QR-Code auf den Bierdeckeln. Man kann dann mit einem Smartphone eine ganze Liste von Argumenten gegen rassistische Progpaganda aufrufen. Auch ein "Bullshit-Bingo" gehört zur Kneipenausstattung. Es greift Sprüche wie "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" oder "Ich hab ja nichts gegen Ausländer, aber..." auf und entlarvt den oftmals rassistischen Hintergrund.

Rechte Fanszene hat in Dortmund Tradition

Der Club hat in den vergangenen Jahren schon mehrere Kampagnen gegen rechte Fans und Rassismus durchgeführt. Es gibt immer wieder Probleme mit einem Teil der harten Fanszene, die dem rechten Spektrum angehört. Schon in den achtziger Jahren gab es die berüchtigte "Borussenfront", die heute immer noch aktiv ist.

Dortmund ist eine Hochburg der Neonazis. Erst am Montagabend protestierten Rechtsextremisten im Stadtteil Derne gegen eine Flüchtlingsunterkunft. Nach Ende der Kundgebung, gegen die 300 Gegendemonstranten auf die Straße gingen, wurde ein Journalist mutmaßlich von zwei Neonazis mit Steinen angegriffen.

Drohungen von Neonazis

Der Angriff war eine weitere Eskalationstufe. In den vergangenen Wochen wurden systematisch Journalisten, Bürger und Asybewerber bedroht. Die Polizei richtete deshalb eine Sonderkommission "Rechts" ein, um den Druck auf die rechte Szene zu erhöhen. Die wird jetzt in den nächsten Tagen ihr Bier in den Kneipen mit einer Botschaft serviert bekommen, die ihnen nicht schmecken wird.

tis
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity