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Bundesliga-Check: 1. FC Kaiserslautern: Hinten hui, vorne pfui

Für die Roten Teufel läuft es in dieser Saison nicht nach Plan, lediglich 16 Pünktchen wurden vor dem Winterschlaf angesammelt. Das Ziel der Pfälzer muss sein: Irgendwie die Klasse halten. Lebensversicherung ist dabei die Defensivabteilung.

Als bester Aufsteiger hatte der 1. FC Kaiserslautern die abgelaufene Spielzeit beendet und einen so im Vorfeld nicht eingeplanten siebten Platz eingefahren. In der Pfalz wusste man dieses Ergebnis jedoch gut einzuschätzen und Trainer Marco Kurz erklärte: "Unser Ziel ist ganz klar der Klassenverbleib. Wir wollen am Ende drei Mannschaften hinter uns lassen."

Zur Halbserie gibt es in der ersten Abrechnung nur einen Punkt auf der Mängelliste, denn es sind erst zwei Teams, die sich hinter den Roten Teufeln platziert haben. Dies hat natürlich seine Gründe, denn der FCK stellt die schlechteste Offensive der ganzen Liga und ist seit mittlerweile sieben Spielen ohne Sieg.

Bereits im Sommer haben es viele Experten vorausgesagt: In der zweiten Saison nach dem Aufstieg in die Bundesliga wird es für die Pfälzer schwer. So lautete vor der Bundesligastart die sportal-Prognose: Kaiserslautern wird am Ende als 17. der Tabelle den Gang in die 2. Liga antreten. So weit sind wir natürlich noch nicht - aber die Tendenz ist eindeutig.

Das Hauptproblem war absehbar: Die Abgänge von Erwin Hoffer, Jan Moravek und Srdjan Lakic, und später dann auch Ivo Ilicevic konnten nicht aufgefangen werden. In der gesamten Hinrunde erwiesen sich die Neuzugänge um Itay Shechter, Gil Vermouth und Richard Sukuta-Pasu eher Ergänzung als wirkliche Verstärkungen.

Offensive mit Ladehemmung

So ist es auch die Offensivabteilung, die sich das Manko anheften muss, den einen oder anderen Punkt verschenkt zu haben. "Wir hätten Minimum fünf bis sechs Tore mehr erzielen müssen", erklärte Kurz auch bei den Kollegen von rheinpfalz.de. In 17 Spielen trafen die Roten Teufel schlappe 13 Mal und schafften es nur gegen Schalke und Mainz, mehr als einen Treffer zu erzielen.

Shechter hat in 17 Spielen drei Tore erzielt, Dorge Kouemaha kommt auf zwei Treffer in 14 Einsätzen und viel besser sieht es bei den anderen Akteuren auch nicht aus. Richard Sukuta-Pasu hatte bei 14 Versuchen noch überhaupt keinen Erfolg. Und wenn man dann noch bedenkt, dass zwei der 13 Saisontreffer aus Eigentoren resultierten, wird der Gesamteindruck nicht unbedingt besser.

Ein Hoffnungsträger kommt aus Leverkusen

Marco Kurz hatte es schon gesagt, die Mannschaft ist nicht effektiv genug. Das Bemühen ist da und gerade in der Defensive stehen die Pfälzer sehr gut. Ein Pluspunkt, den auch Kurz auf der Webseite "rheinpfalz.de" anführt: "Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen - von der Struktur her, von der Kompaktheit. Wir haben die sechstwenigsten Gegentore in der Liga bekommen, wir haben eine enorme Kompaktheit."

Nur allein die Defensive wird den Klassenerhalt nicht unter den Mai-Baum legen. Und so wurde mit Nicolai Jörgensen ein talentierter Stürmer verpflichtet. Der 20-jährige Däne kommt auf Leihbasis von Bayer Leverkusen, wo er bereits Erfahrung in der ersten Mannschaft sammeln konnte. Auch gab er bereits sein Debüt in der Nationalmannschaft der Dänen. Der 1,90 Meter große Jörgensen soll sich schnell einleben und für mehr Gefahr und Tore sorgen.

Prognose: Der Klassenerhalt ist möglich

Letztendlich muss sich der 1. FCK auf seine stabile Defensive verlassen, wodurch der Club Vorteile gegenüber den Teams aus Augsburg, Nürnberg, Freiburg oder Mainz hat. Die Probleme in der Offensive bleiben jedoch. Ob gerade ein Spieler wie Shechter sich im Verlauf der Saison weiter akklimatisieren kann und ob Jörgensen eine Verstärkung ist, wird sich zeigen.

Dennoch gibt es einige Mannschaften, die sicherlich weniger Potenzial haben, als die roten Teufel. Wenn die Mannschaft von großen Verletzungssorgen verschont bleibt, dann sollte der Klassenerhalt machbar sein. Ein phänomenaler Schlussspurt wie in der vergangenen Spielzeit wäre dabei sicher hilfreich.

Gunnar Beuth/sportal.de / sportal

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