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Bundesliga-Check: FSV Mainz 05: Abstieg vermeiden, Motzen einstellen

In Mainz ist der wieder der harte Liga-Alltag eingekehrt. Anstatt wie in der Spielzeit zuvor um die Europa League zu kämpfen, geht es für den Verein in erster Linie um den Verbleib in Liga eins.

Der fünfte Platz aus der Saison 2010/11 hat Begehrlichkeiten im beschaulichen Mainz geweckt. Neben dem Einzug in das internationale Geschäft bekamen die 05er noch eine moderne Arena vor die Nase gesetzt. Der nächste Schritt in Richtung dauerhafte Zugehörigkeit in der 1. Bundesliga sollte damit nur noch Formsache sein.

Nun sind 17 Spiele absolviert und die Mannschaft ist im DFB-Pokal sowie der Europa League gescheitert. Auch in der Liga liegt man nur auf Platz 14, und der im Sommer noch so hoch angesehene Trainer Thomas Tuchel wird mittlerweile gerne mit dem Kosenamen Motzki betitelt.

Experten hatten zwar zu Saisonbeginn vor einem Abrutschen gewarnt, allerdings hieß es auch: "Mit dem Abstieg hat man sicherlich nichts zu tun." Doch nun steht Mainz deutlich schlechter da, als erwartet. Gerade die vielen Niederlagen gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte kamen überraschend und schubsten die 05er in bedrohliche Nähe zu Platz 16.

Größte Enttäuschung

Die Einkaufspolitik war alles andere als glücklich. Nach den Abgängen von Holtby, Schürrle und Fuchs hat man erneut auf junge Spieler mit viel Entwicklungspotenzial gesetzt. Ob es nun Zdenek Pospech, Yunus Malli, Deniz Yilmaz, Eric Maxim Choupo-Moting, Anthony Ujah, Zoltán Stieber oder Julian Baumgartlinger waren, wirklich überzeugen konnte keiner von ihnen.

So konnten die die Abgänge nicht kompensiert werden. Die Verletzungen von Marcel Risse und Adam Szalai sollen aber auch nicht verschwiegen werden und sind sicherlich auch Faktoren, die bei der Einschätzung des Leistungsvermögens der Mannschaft berücksichtigt werden müssen.

Hoffnungsträger

Gerade die beiden letztgenannten Spieler gehören zu den großen Hoffnungsträgern. In den ersten neun Saisonspielen wusste Risse zu überzeugen und darf durchaus als bester Neuzugang angesehen werden. Nach seiner Knochenstauchung im Knie wird seine Rückkehr auf den Beginn der Rückrunde terminiert, wobei er nicht mit ins Trainingslager nach Mallorca fliegt, wie der Verein am Mittwoch bekanntgab.

Szalai, der sich in der vergangenen Saison das Kreuzband gerissen hat, soll ebenfalls zum Rückrundenstart fit sein und wird dringend benötigt. In der letzten Saison traf er in 20 Einsätzen vier Mal, legte dazu drei Tore auf. Dabei war jeder seiner Scorerpunkte wichtig, denn wenn der Ungar traf oder auflegte, gewann der FSV das Spiel.

Prognose

Zum Auftakt zur Rückrunde muss Mainz eigentlich punkten. Allerdings warten in den ersten drei Spielen Bayer Leverkusen und der FC Schalke 04, beide Auftritte zudem in der Fremde. Gegen den SC Freiburg ist der Sieg in der Coface-Arena Pflicht. Doch eines dürfte klar sein: Dem Sog des Tabellenkellers zu entkommen, ist eine schwere Aufgabe.

Die Personallage ist angespannt, und ab wann Szalai und Risse wieder voll belastbar sind, ist nur hypothetisch zu beantworten. Und auch Ivanschitz muss seine Verletzung noch auskurieren, verpasst dabei die komplette Vorbereitung. Zwar hat Mainz viele Spiele unglücklich verloren, doch warum dies in der Rückrunde besser werden sollte, ist so nicht auszumachen. Der Klassenerhalt ist in keinem Fall ein Selbstläufer.

sportal.de / sportal

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