Bundesliga-Check, Teil 3 Hoffenheim - zu grün für die erste Liga


Bis zum Start der Bundesliga stellt stern.de in einer neuen Serie alle Bundesligisten vor und analysiert ihre Chancen vor der Saison. Mit Hoffenheim versucht sich ein Fußball-Dorf im Konzert der großen Fußball-Mächte zu etablieren. Mit einer jungen Mannschaft und sehr viel Geld.
Von Nico Stankewitz

Aussichten: In Hoffenheim wachsen ein Verein und eine Mannschaft heran, die in den kommenden Jahren eine gewichtige Rolle im deutschen Fußball spielen können. Beeindruckend vor allem das Jugendkonzept, dass bereits mit einer Fülle von Jugendnationalspielern Früchte trägt. Ein Stadion wird gebaut, die massiven Investitionen von SAP-Gründer Dietmar Hopp beginnen sich sportlich bereits auszuzahlen, die Zukunft sieht rosig aus. Die Gegenwart ist allerdings noch mit einigen Hindernissen versehen: Die Aufstiegsmannschaft wird es schwer haben, sich in der ersten Liga durchzusetzen.

Viele Spieler wie das tolle Offensivtrio mit Eduardo – Ba – Obasi brauchen noch Zeit, die Abwehr wirkt nicht immer sattelfest. Die Führungsspieler Teber und Copado sind in der ersten Liga nicht überdurchschnittlich, die TSG müsste noch zwei oder drei zusätzliche Stützen in das Mannschaftsgefüge einziehen. Allerdings hat Hoffenheim auch in der vergangenen Saison die drei Top-Spieler erst zum Ende der Transferperiode Ende August geholt. Schwer zu glauben, dass man nach den über 18 Millionen, die man in das Personal für den Durchmarsch durch die zweite Liga in Ablösesummen investierte, sich jetzt mit vergleichsweise bescheidenen sechs Millionen begnügt, die bisher für Andreas Beck und die zuvor ausgeliehenen Özcan, Gustavo und Vorsah fällig wurden.

Trainer: Ralf Rangnick. Der 50-Jährige lenkt seit zwei Jahren die Geschicke der TSG und führte den Verein zu zwei Aufstiegen in Folge. Schon seit seiner Zeit in Ulm hängt Rangnick der spöttisch gemeinte Spitzname des "Fußball-Professors" nach, gemeint ist die gründliche taktische Ausbildung seiner Spieler, die "modernen" Offensivfußball spielen. Manchmal fehlte seinen Mannschaften in der Vergangenheit der letzte Wille zum ganz großen Wurf - auch Rangnick muss hier noch etwas beweisen.

Neuzugänge:

Andreas Beck (VfB Stuttgart/3,2 Mio.), Jonas Strifler (eigene Jugend)

Die Wunschelf

: Ramazan Özcan (Österreich/24), Andreas Beck (Deutschland/21), Luis Gustavo (Brasilien/21), Per Nilsson (Schweden/25), Andreas Ibertsberger (Österreich/26), Selim Teber (Deutschland/27), Sejad Salihovic (Bosnien und Herzigowina/23), Francisco Copado (Deutschland/34), Carlos Eduardo (Brasilien/21), Demba Ba (Senegal/23), Chinedu Obasi (Nigeria/22)

Tipp von stern.de:

Ohne zusätzliche Investitionen wird der Klassenerhalt schwierig. Es fehlt an Erfahrung und gleichwertigen Alternativen in den verschiedenen Mannschaftsteilen. Platz 16.


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