Musste vor Anpfiff sein Undershirt wegen unzulässiger Farbwahl wechseln, was wahrscheinlich die anstrengendste Bewegung für den Keeper an diesem Abend war. Während des Auftaktspiels dachte Neuer wahrscheinlich an die Zeit unter Pep Guardiola bei den Bayern zurück, als er ähnlich wenig zu tun hatte. Beim Gegentor flog er vergebens durch die Gegend, musste aber dennoch nicht duschen.
Die deutsche Elf brilliert zum EM-Auftakt mit einem 5:1-Sieg über die Schotten, die es dem DFB-Team aber auch allzu leicht machen. Die Einzelkritik.
Der EM-Kader von Julian Nagelsmann:
Tor: Manuel Neuer (FC Bayern München), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Oliver Baumann (TSG 1899 Hoffenheim)
Abwehr: Joshua Kimmich (FC Bayern München), Robin Koch (Eintracht Frankfurt), Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), David Raum (RB Leipzig), Waldemar Anton (VfB Stuttgart), Benjamin Henrichs (RB Leipzig)
Warum es diesmal sechs Torschützen-Könige geben könnte
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Wird Dani Olmo Torschützenkönig? Oder gleich sechs Spieler?
Ginge es nach den alten EM-Regeln, wäre Dani Olmo bis jetzt der Torschützenkönig des Turniers (im Bild nach seinem Siegtreffer gegen Frankreich). Zwar haben fünf weitere Spieler wie er bislang drei Tore erzielt. Doch erstens hat Olmo vergleichsweise wenig Einsatzzeiten und vor allem hat er schon zwei Torvorlagen gespielt. Dieses Kriterium gab bislang bei Gleichstand den Ausschlag. Doch zum aktuellen Turnier hat die UEFA die Regeln geändert. Deshalb könnte es dazu kommen, dass gleich sechs Spieler Torschützenkönige werden, nämlich neben Olmo auch Harry Kane (England), Jamal Musiala (Deutschland), Cody Gakpo (Niederlande), Ivan Schranz (Slowakei) und Georges Mikautadze (Georgien). Kane und Olmo können natürlich im Finale mit einem Tor die Sache für sich entscheiden – und echte Könige werden. Vielleicht schießen ja auch Jude Bellingham (England) oder Fabian (Spanien) zwei Tore und liegen am Ende vorn. Besonders viele Tore wären es nicht. 1984 schoß Michel Platini (Frankreich) sagenhafte neun Tore, sein Landsmann Antoine Griezmann kam 2016 immerhin auf sechs Treffer. Übrigens: Tore aus einem Elfmeterschießen am Ende eines Spiels zählen nicht mit.