Bundesliga-Check, Teil 4 Köln - Christoph Daum, und sonst?


Bis zum Start der Bundesliga stellt stern.de in einer neuen Serie alle Bundesligisten vor und analysiert ihre Chancen vor der Saison. Der große Kölner Karnevalsverein ist nach zweijähriger Abwesenheit wieder in der Bundesliga angekommen - und versucht zu einstiger Stärke zu finden. Ohne den Aufstiegshelden wird es aber ganz schwer.
Von Nico Stankewitz

Aussichten: In Köln ist man traditionell sehr optimistisch, aber dem FC steht ein ganz schweres Jahr bevor. Mit Patrick Helmes verließ der Schlüsselspieler der letzten Saisonmonate den Verein, dessen Tore und Assists den Aufstieg überhaupt erst möglich machten. Ersetzt wurde er durch den Nigerianer Ishiaku, der zwar riesiges Potenzial besitzt, in Duisburg allerdings keine konstanten Leistungen anbieten konnte. Im Mittelfeld fehlt mindestens ein bundesligatauglicher zentraler Spieler, eigentlich sogar zwei. Taktisch wird die offensive Ausrichtung mit Halbstürmern auf den Außenbahnen in der ersten Liga nicht durchzuhalten sein, die Lücken in der Defensive waren schon im Vorjahr erkennbar.

In der Abwehr steht auch ein Spieler, der sich als Glücksgriff erweisen dürfte, denn mit dem Brasilianer Geromel kommt ein Innenverteidiger aus der portugiesischen Liga, dem nicht wenige Experten eine große Zukunft vorhersagen. Allerdings tummeln sich auch im Abwehrbereich eine Reihe von Spielern, deren Bundesligatauglichkeit zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden muss. Neuzugang Wome spielte zwar in Bremen eine gute Saison 06/07, hat in der vergangenen Spielzeit allerdings nicht eine Minute gespielt, auch hier besteht ein nicht unerhebliches Risiko. Wirtschaftlich ist der FC ein potenzieller Riese mit Zuschauerzahlen im Spitzenbereich der Liga, aber um sich auf Sicht zu etablieren, muss das jetzige Gerüst der Mannschaft schrittweise erneuert werden. Köln steht vor einer richtungsweisenden Saison.

Trainer:

Christoph Daum. Der 54-Jährige ist acht Jahre nach dem Kokainskandal und seiner Entlassung bei Bayer Leverkusen zurück in der Bundesliga, wo er vor 16 Jahren mit dem VfB Stuttgart den Meistertitel erringen konnte. Beim FC hat er einen Vertrag mit halbjährlicher Ausstiegsklausel unterschrieben, obwohl er durchaus glaubwürdig versichert, sein Heimatverein sei eine Herzensangelegenheit, trägt das ständige Zittern um den Coach nicht gerade zur Beruhigung des ohnehin chaotischen Umfelds bei. Daum ist immer noch ein ausgeschlafener Fachmann, obwohl er sich im "Exil" einige ungewöhnliche Marotten angeeignet hat.

Neuzugänge:

Pedro Tonon Geromel (Vitoria Guimaraes(Portugal)/2,5 Mio.), Manasseh Ishiaku (Duisburg/2 Mio.), Pierre Wome (Werder Bremen), Wilfried Sanou (Freiburg), Miso Brecko (Hamburger SV), Daniel Brosinski (Karlsruher SC/alle ablösefrei), Michael Gardawski, Taner Yalcin (beide eigene Jugend).

Die beste Elf:

Faryd Mondragon (Kolumbien/37), Ümit Özat (Türkei/31), Youssef Mohammad (Libanon/28), Pedro Tonon Geromel (Brasilien/22), Pierre Wome (Kamerun/29), Kevin McKenna (Kanada/28), Roda Antar (Libanon/28), Nemanja Vucicevic (Serbien/27), Adil Chihi (Marokko/20), Milivoje Novakovic (Slowenien/29), Manasseh Ishiaku (Nigeria/25) .

Tipp: Es wird eine Zittersaison in Köln. Vor allem im Mittelfeld braucht Christoph Daum dringend Verstärkungen - am Ende wird es gerade so zum Klassenerhalt reichen. Platz 15.


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