Bundesliga im Pay-TV Arena drängelt sich vor ARD und DSF


Die Fußballfans vor dem Bildschirm müssen in der 44. Bundesliga-Saison ihre Sehgewohnheiten ändern. Der Pay-TV-Sender Arena genießt sein Sendevorrecht und Leidtragende der neuen TV-Splittung sind andere.

Die Rückkehr zum Freitag-Spiel, spätere Sendezeiten im frei empfangbaren Fernsehen und eine generelle Vorfahrt für den neuen Pay TV-Partner Arena sind die wichtigsten Neuerungen als Konsequenz aus dem 1,2 Milliarden Euro teuren Dreijahresvertrag der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit diversen Anbietern. Betroffen ist auch die ARD-Sportschau am Samstag. Die Kultsendung darf erst von 18.30 Uhr an Bilder von den nur noch sechs Samstag-Partien zeigen.

Zuvor berichtet die Sportschau (Beginn 18.10 Uhr) aus den Regionalligen und vom neu eingeführten Freitag-Spiel der Bundesliga. Am Freitag - die Begegnungen beginnen um 20.30 Uhr - soll der Bezahlsender Arena ein exklusives Senderecht haben. Als Sportschau-Moderatoren sind wie bisher Monica Lierhaus, Reinhold Beckmann und Gerhard Delling am Ball. Auch das ZDF-Sportstudio hält samstags ab 22.00 Uhr für das Nachdrehen der Spiele am bewährten Moderatoren-Quartett Katrin Müller-Hohenstein, Johannes B. Kerner, Wolf-Dieter Poschmann und Michael Steinbrecher fest.

Arena steuert Löwenanteil bei

Sonntags verspricht das DSF "Bundesliga-Dramatik pur zur besten Sendezeit." Das ist aber ein Werbespruch, denn Spielberichte von den beiden Sonntag-Partien (neue Anstoßzeit 17.00 Uhr) kann das DSF erst zwischen 22.00 und 23.00 Uhr zeigen. Vergangene Saison, als die Spiele um 17.30 Uhr angepfiffen wurden, kamen Free-TV-Zuschauer bei den von Thomas Helmer, Frank Buschmann und Klaus Gronewald moderierten DSF-Berichten ziemlich zeitnah zwischen 19.15 Uhr und 20.15 Uhr auf ihre Kosten.

Auch die Dritten Programme der ARD sind von der neuen TV-Aufteilung betroffen. Ihre Magazin-Sendungen am Sonntag beginnen zukünftig in der Regel erst um 22.45 Uhr. Bilder von den Sonntag- Spielen sind erst nach 23.00 Uhr erlaubt. Alle diese Maßnahmen sollen dazu dienen, das Pay TV attraktiver für Fußballfans zu machen. Mit rund 220 Millionen Euro pro Saison steuert schließlich der neue Bezahlsender Arena, der das Wettbieten gegen den langjährigen Bundesliga-Anbieter Premiere gewann, den Löwenanteil der TV-Honorare für die Proficlubs bei.

Zweiter Spieltag einmalig im Free-TV

Arena zeigt alle 612 Erst- und Zweitligaspiele live und hält auch an der beliebten Konferenzschaltung fest. Für den Empfang benötigen Satelliten- und Kabel-Kunden einen Decoder. Hinzu kommen Kosten von monatlich mindestens 14,90 Euro für das Bundesliga-Paket. Zu den Moderatoren, die aus einem mobilen Studio im Stadion durch die Sendung führen, gehört unter anderem Oliver Welke. Am ersten Samstag-Spieltag 12. August läuft die Arena-Konferenz als einmalige Werbeaktion auch beim Free TV-Sender Sat.1.

Nach einem monatelangen Hickhack um die Empfangsmöglichkeiten haben sich Arena und Premiere rechtzeitig auf eine gemeinsame Verbreitung des Bundesliga-Fußballs geeinigt. Knapp zwölf Millionen Kabelhaushalte in 14 Bundesländern können die Arena-Sendung bei Premiere sehen. In Hessen und Nordrhein-Westfalen müssen Kabelkunden direkt bei Arena buchen. Schüssel-Inhaber sitzen über den Astra- Satelliten im Bundesliga-Boot.

Peter Hübner/DPA DPA

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