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Bundesliga-Übertragung: Hoeneß hofft auf "weiße Ritter"

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat die vom Bundeskartellamt genehmigte Kooperation der beiden Pay-TV-Sender arena und Premiere kritisiert: "Die Entscheidung ist ein Hohn", sagte der FCB-Boss. Auch Manager Hoeneß warnt vor Gefahren.

Rummenigge sieht durch die Entscheidung der Kartellrichter zwar keine finanziellen Einbußen auf die Vereine der Fußball- Bundesliga zukommen, äußerte sich aber dennoch kritisch: "Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich die Entscheidung des Kartellamts nicht verstehe. Ich dachte, sie sollten Monopole verhindern und nicht kreieren. Für die Bundesliga sehe ich aktuell keine Nachteile, denn sie bekommt mehr Geld durch die Sublizenzierung von arena an Premiere", sagte Rummenigge am Mittwoch am Rande des Bayern-Trainings.

Aus seiner Sicht hätten sich die Preise für die Fernsehrechte in Deutschland nachhaltig nach oben und nicht nach unten entwickelt. Er habe daher nicht den Eindruck, dass am Ende ein Verlierer am Tisch sitzen werde, außer dem Kartellamt. "Deren Entscheidung ist eigentlich ein Hohn im Sinne des deutschen Kartellrechtes", rügte der Bayern-Boss.

"Mitkonkurrenten Zeit geben"

Rummenigge geht davon aus, dass sich Premiere auch an der Ausschreibung für die TV-Rechte ab der Saison 2009/10 beteiligen wird. Ob es zu einer Monopolstellung des Senders komme, müsse abgewartet werden. "Man wird sehen, ob sie sich alleine für Pay- Rechte bewerben", sagte Rummenigge.

Bayern-Manager Uli Hoeneß sieht diese Gefahr. "Ich hoffe nur, dass da ein weißer Ritter auftaucht, der die Konkurrenz schafft, die Herr Kofler dringend braucht, sonst haben wir ein Problem", erklärte Hoeneß. Er appellierte daher an den Liga-Verband, sich mit der Vergabe der Senderechte ab 2009 Zeit zu lassen. "Man muss einem neuen Mitkonkurrenten Zeit geben, sich zu formieren. Das dürfte bis Jahresende nicht möglich sein. Ich bin ich mir ziemlich sicher, dass sich einige große Konzerne schon ihre Gedanken machen", so Hoeneß.

DPA/kbe

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