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FC Bayern in der Bundesliga: Sieg eins nach Hoeneß

Im Bundesliga-Topspiel gewinnt der FC Bayern mit 2:1 gegen Leverkusen und steht nun kurz vor dem Gewinn seiner 24. Meisterschaft. Uli Hoeneß war nicht im Stadion.

Einer fehlte in der Allianz Arena, und es war gewissermaßen ein Vorgeschmack auf die kommende Zeit: Die Bundesliga fand an diesem Tag ohne Uli Hoeneß statt, der Stammplatz des langjährigen Bayern-Präsidenten auf der Tribüne blieb leer. Hoeneß sah sich das Spiel seines Vereins zuhause an, weit weg von allen Kameras.

Und plötzlich stand dann doch wieder der Sport im Mittelpunkt. Schließlich hieß die Partie Bayern gegen Leverkusen, Erster gegen Vierter, und nicht nur wegen der Aufregung um den Hoeneß-Prozess hatten einige auf eine Überraschung gesetzt. Gegen Leverkusen gab es für die Bayern den letzten Punktverlust und vor mehr als einem Jahr die letzte Niederlage in der Liga. "Uli Hoeneß, du bist der beste Mann", skandierten einige tausend Fans von den Rängen. Doch die Stimmung im Stadion war gelassen, sportlich. Das Geschehen um den FC Bayern ist zurück auf dem Fußballplatz.

Dort taten sich die Bayern mit einer neu formatierten Startelf lange schwer. Unter anderem waren Ribéry, Lahm, Thiago, Dante nicht dabei, auch Alaba und Martínez fehlten. Leverkusen hatte in der ersten Halbzeit die besseren Chancen. Die Werkself stand gut in der Defensive, gewann Zweikämpfe, schaltete rasch um und setzte dem drückenden Ballbesitz der Bayern Konter entgegen. In der 11. Minute zielte der Südkoreaner Heung-Min Son aus sieben Metern freistehend links am Tor vorbei, in der 39. Minute zwang Kapitän Simon Rolfes Nationaltorhüter Manuel Neuer mit einem Distanzschuss zu einer Parade. Bayern blieb anfangs im Abschluss ungefährlich, bis kurz vor der Pause dann doch die gewohnte Effektivität aufblitzte: Nach einer Flanke von Schweinsteiger gewann Mandzukic das Kopfballduell gegen Bayer-Verteidiger Philipp Wollscheid - es war der 17. Saisontreffer des Kroaten.

Nächste Woche schon die Meisterschaft?

Die vielleicht schönste Szene lieferte aber in der zweiten Halbzeit Bastian Schweinsteiger, der drei Monate vor der Weltmeisterschaft in Brasilien immer besser in Form kommt. Der 29-Jährige zirkelte einen Freistoß aus 17 Metern in Richtung Leverkusener Tor - unhaltbar für Bayer-Schlussmann Bernd Leno. Fortan beschränkte sich die Werkself auf Schadensbegrenzung, während die Bayern mit dem eingewechselten Ribéry in Schwung kamen und die Partie dann doch noch gewohnt einseitig gestalteten. Auch Stefan Kießlings Anschlusstor in der Nachspielzeit gefährdete den Sieg des Rekordmeisters nicht mehr.

Die Leverkusener müssen nach nun schon fünf sieglosen Partien als Tabellenvierter um die direkte Qualifikation für die Champions League bangen. Der FC Bayern baut seinen Vorsprung auf Borussia Dortmund dagegen auf 23 Punkte aus, es war das 50. Spiel in Folge ohne Niederlage. Vielleicht ist das Gewinnen jetzt auch wieder wichtiger geworden. Sollte die Staatsanwaltschaft keine Revision einlegen, wird Hoeneß seine Haft bald antreten müssen. Die Meisterschaft könnte Bayern schon am kommenden Samstag holen.

car/mit DPA

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