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Attentat auf BVB-Bus: Bartra spricht über Anschlag und sagt, was in den Sekunden seine größte Angst war

Als einziger Spieler des BVB-Kaders wurde Marc Bartra beim Attentat auf den Mannschaftsbus Anfang April ernsthaft verletzt. Jetzt schildert der Spanier in einem Interview erstmals, wie er die dramatischen Minuten erlebt hat.

Marc Bartra

Fokussiert: BVB-Star Marc Bartra vor dem DFB-Pokalfinale am Samstag gegen Eintracht Frankfurt - rund sieben Wochen nach dem Anschlag

Fast zwei Monate nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus am 11. April hat Marc Bartra erstmals in einem Interview geschildert, wie er die dramatischen Minuten erlebte. Der Spanier war bei der Explosion der Bombe schwer am Arm verletzt worden. In der "Sport-Bild" erzählt Bartra: "Im Bus war eine superfriedliche Stimmung. So ruhig war es, glaube ich, noch nie. Dann gab es auf einmal einen lauten Knall. Von der Seite spürte ich eine warme Druckwelle, dann große Schmerzen am Arm. In meinen Ohren piepte es."

Er habe nur noch das dumpfe Geschrei anderer Spieler gehört und sei wie paralysiert gewesen. Von seinem Arm habe das Blut getropft. Die zehn Minuten nach dem Attentat hätten sich wie Stunden angefühlt, so Bartra, der sich erstmal auf den Boden gelegt habe: "Ich musste heulen und war kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren. Dann war auch schon Physiotherapeutin Swantje da. Sie habe ihm immer wieder Ohrfeigen gegeben und geschrien, dass er nicht einschlafen solle. Dazu habe sie ihm Wasser ins Gesicht gespritzt.

Marc Bartra: "Das war das Schlimmste"

In diesen Minuten sei die größte Angst gewesen, nicht zu wissen, ob man nun in Sicherheit sei oder nicht: "Das war das Schlimmste." Nach der ersten Versorgung durch die Rettungskräfte habe Bartra dann seine Freundin angerufen. Das Gespräch sei sehr emotional gewesen, erinnert sich der 26-Jährige. 

Inzwischen habe er das Erlebte gut verarbeitet, auch mithilfe zahlreicher Briefe und Zuschriften von Fußballern, Trainern und anderen: "Das hat mir sehr viel Kraft gegeben." Außerdem habe er ein anderes Verständnis für Zeit bekommen, sagt Bartra: "Was in zwei, drei Tagen ist, ist unglaublich weit weg. Ich habe am eigenen Körper erfahren müssen, wie schnell sich das Leben verändern kann, gar vorbei sein kann. Deshalb genieße ich die Zeit intensiver."

tim
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