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Torwart des FCA: DFB will keine Ermittlungen gegen "Elfmeterpunkt-Killer" Hitz einleiten

Marwin Hitz unfaires Getrampel auf dem Elfmeterpunkt war die Entgleisung des Bundesliga-Wochenendes. Doch obwohl der Schiri die Unsportlichkeit übersah, hat der FCA-Keeper im Nachhinein nichts zu befürchten - aus einem einfachen Grund.

FC-Augsburg-Keeper Marwin Hitz

FC-Augsburg-Keeper Marwin Hitz hat keine nachträglichen Ermittlungen durch den DFB zu befürchten

Marwin Hitz fühlte sich nach dem lächerlichen Elfmeterpfiff gegen seinen FC Augsburg ungerecht behandelt. Doch der Keeper griff zur falschen Methode und reagierte mit einer mindestens so unsportlichen Aktion, wie die Schwalbe vom Kölner Philipp Hosiner zuvor. Mit seinem Fuß trampelte und bohrte er am Elfmeterpunkt herum. FC-Angreifer Modeste rutschte daraufhin tatsächlich mit dem Standbein an der malträtierten Stelle weg und Hitz parierte. Der Schiedsrichter - der in der fraglichen Szene direkt neben Hitz stand - hatte davon anscheinend nichts mitbekommen. Und dennoch hat die Aktion für den Torwart kein Nachspiel, wie der DFB dem Sportinformationsdienst bestätigte.

Der Grund dafür ist ganz einfach: Das Reglement setzt für eine nachträgliche Verhandlung hohe Hürden. Demnach muss das Vergehen ein "krass sportwidriges Verhalten" gewesen sein, sprich ein rotwürdiges Fehlverhalten. Hitz' Trampelaktion wäre als "unsportliches Verhalten" aber nur mit dem gelben Karton bestraft worden - hätte der Schiri sie denn bemerkt. Folglich kommen keine nachträglichen Ermittlungen infrage.

Gibt es ein juristisches Nachspiel?

Ist Hitz damit also fein raus? Ja, so wie alle Schwalbenkönige, Zeitspieler und Ballwegschießer vor ihm, die nicht direkt bestraft wurden. Aber vielleicht könnte es ja noch ein juristisches Nachspiel für ihn geben. Ein offensichtlich enttäuschter Fan (und Sportwetter) hat dem Kölner "Express" zufolge den Keeper angezeigt. Das durchaus amüsante Anschreiben an die Kölner Polizei liege besagtem Boulevardblatt als Fax im Original vor. Zwar soll darin ein gewisser Martin Hitz, und nicht Marvin, angezeigt werden. Zur Sicherheit wird der "Beschuldigte" aber nochmal "Torwart des FC Augsburg" genannt.

In dem Schreiben heißt es:

"Ausweislich der Fernsehaufnahmen des Fußballspiels 1. FC Köln gegen FC Augsburg hat Herr Hitz nach einer Strafstoßentscheidung den Rasen des Rhein-Energie-Stadions um den Strafstoßpunkt vorsätzlich beschädigt, um den Elfmeterschützen bei der Ausführung des Strafstoßes zu behindern. Leider ist der Plan von Herrn Hitz aufgegangen, und ich gehe davon aus, dass der Schaden für abertausende Sportwetter nicht justiziabel ist. Aber gegen diese Sachbeschädigung von öffentlichem Eigentum möchte ich hiermit Strafanzeige gegen Herrn Hitz erstellen."

Dass es tatsächlich zu Ermittlungen oder gar einer Anzeige gegen den Torwart kommt, darf stark angezweifelt werden. Aber zumindest hat der Fan seinen Unmut - offenbar über einen entgangenen Wettgewinn - auf sehr kreative Weise zum Ausdruck gebracht.

fin

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