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Bundesliga-Check: Die neuen Leiden des Marco Reus

Viele Tore, enge Spiele, ein doppelt treffender HSV, Schweinsteigers umjubeltes Comeback - es war ein höchst unterhaltsamer Spieltag, gäbe es da nicht die erneute Verletzung von Marco Reus.

Von Ingo Scheel

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Die Leiden des Marco Reus gehen weiter. Für den Nationalspieler ist die Bundesliga-Hinrunde vorzeitig beendet. Der Angreifer von Borussia Dortmund hatte sich beim 2:2 seiner Mannschaft am Samstag beim SC Paderborn einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zugezogen, Auslöser war ein brutales Foul des Paderborners Marvin Bakalorz. Unglaublich - dabei war Reus doch gerade erst zurückgekehrt, im September hatte er sich einen Außenbandteilriss und eine Dehnung der Fußwurzelbänder links zugezogen, das WM-Turnier in Brasilien hatte er aufgrund einer Verletzung im Freundschaftsspiel gegen Armenien verpasst. Jetzt schon wieder Krankenstation statt Fußballplatz, und das bis mindestens Januar. Es sind grausame Monate, die dieser hochveranlagte Kicker durchleiden muss. Nicht nur sein Coach Jürgen Klopp ging da der Hut hoch.

Wer es letztlich war, verkam zur Fußnote: Die Hamburger drehen nach dem 2:0 in der Nachspielzeit im Nordderby gegen Werder zum Jubeln.

Wer es letztlich war, verkam zur Fußnote: Die Hamburger drehen nach dem 2:0 in der Nachspielzeit im Nordderby gegen Werder zum Jubeln.

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

Hätte, hätte, Fahrradkette: Nicht auszudenken, hätte der HSV nicht schon 1:0 geführt und hätte der gute Tolgay Arslan in der Nachspielzeit nicht mindestens einen (Fußball-)Papst in der Tasche gehabt - so aber reichte es tatsächlich zum 2:0 gegen den ewigen Rivalen aus Bremen. Lasogga hatte den Pass in der 93. Minute am geschlagenen Bremer Keeper vorbeigeschoben, Arslan brachte es dann tatsächlich fertig, vom gänzlich leeren Tor den Innenpfosten zu treffen. Als der Ball schließlich parallel zur Linie die gesamte Torbreite entlangtrudelte, schien es, als hätte Keeper Wolf ein Einsehen und schob ihn ungelenk selbst über ins Netzt. An Tagen wie diesen ... sollte es wohl so sein, sollte der Hamburger SV wohl endlich wieder einmal gegen Bremen gewinnen.

Gewinner des Spieltags

Der Gewinner des Spieltages ist ein amtierender Weltmeister: Unter einem wahren Jubelsturm war Schweinsteiger in der 77. Minute eingewechselt worden, fügte sich mit einem Torschuss und der passgenauen Vorlage für Sebastian Rode zum 4:0-Endstand der Münchner gegen 1899 Hoffenheim ein. Erstmals seit 132 Tagen, seinem Triumph im WM-Finale, stand der 30-Jährige damit wieder bei einem Pflichtspiel auf dem Rasen. Schweinsteiger bewegt: "Es hat natürlich mein Herz schon sehr berührt, so empfangen zu werden von den Zuschauern. Es war schön, wieder auf dem Platz zu stehen. Umso schöner, dass wir gewonnen haben".

Verlierer des Spieltags

Man kommt nicht umhin, hier noch einmal den Namen Marco Reus zu nennen. Kein Verlierer im Loser-Sinne natürlich, aber soviel Pech, wird Reus, der aus dem Stand bis zum Foul durch Bakalorz schon wieder eine gute Leistung brachte, aus dem Verkehr gezogen. Ein Moment, da landauf, landab die Fanbrille beiseite gelegt werden und Fußballfans unabhängig von ihren Vereinsfarben einen Wunsch teilen: Gute Besserung, Marco, und steh' bald wieder fit und gesund auf dem Fußballplatz.

Bild des Wochenendes

Und so schaut einer, der schon fast alles gesehen hat: Kennt man ihn sonst mit aufgerissenen Augen, offenem Mund, nie um eine verbale Volte verlegen, dann legte sich Jürgen Klopp angesichts des Reus-Aus ein dunkler Schatten über die Trainerseele. So grau, so finster, dass man es ihm nicht nur von den Augen ablesen kann.

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