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Champions League: Bayern verdaddeln Sieg gegen Rom

Auch ein Gomez-Doppelpack hat den Bayern nichts genutzt: In den letzten Spielminuten verspielten sie den sicher geglaubten Sieg gegen Rom. Grund zur Freude hatten die Bayern dennoch. Real Madrid zündete gegen Amsterdam dagegen das nächste Feuerwerk. Überragend dabei: Mesut Özil.

Trotz einer fahrlässigen 2:3 (2:0)-Pleite beim AS Rom hat der FC Bayern den Gruppensieg in der Champions League geschafft. Der schon zuvor für das Achtelfinale qualifizierte deutsche Fußball- Meister gab im Stadio Olympico eine souveräne 2:0- Führung aus der Hand und verpasste damit nach zuvor vier Siegen einen neuen Startrekord. Nationalstürmer Mario Gomez brachte die Bayern mit seinen Toren fünf und sechs im laufenden Wettbewerb (33./39.) in Führung, doch nach zahlreichen Abwehrpatzern der Bayern drehte der Tabellenfünfte der Serie A noch die Partie. Nach dem Anschlusstreffer von Marco Borriello (49.) sorgten Daniele de Rossi (81.) und der eingewechselte Francesco Totti (84.) mit einem verwandelten Foulelfmeter noch für die Wende. Durch das 2:0 im Hinspiel ist den Bayern der Sieg in der Gruppe E nicht mehr zu nehmen.

Ribérys Flehen nach mehr Spielpraxis wurde von van Gaal erhört, und der Franzose durfte nach einer Aussprache mit dem Coach erstmals seit dem 21. September wieder von Beginn an ran. Sein Feingeist benötige nach der Sprunggelenksverletzung wieder Spielpraxis, referierte van Gaal und verriet nach dem Versöhnungsgespräch mit dem französischen Nationalspieler: "Es war Liebe auf den ersten Blick." Wesentlich überraschender kam das Pflichtspieldebüt von Ersatzkeeper Thomas Kraft, der bisher nur beim Supercup-Triumph der Münchner gegen Schalke sein Talent andeuten durfte.

Rom um Offensive bemüht

Bereits in der dritten Minute konnte sich der 22 Jahre alte Schlussmann bei einem Schuss von Borriello auszeichnen. Anders als bei ihrer destruktiven Defensivtaktik im Hinspiel waren die Römer diesmal wenigstens um Offensive bemüht. Meist wirkte der dreimalige italienische Meister dabei allerdings zu behäbig und nicht zielstrebig genug, aber in der 23. Minute zwang Leandro Greco mit einem Distanzknaller den unaufgeregten Kraft zur nächsten Glanztat.

Geduldig erarbeiteten sich die bereits qualifizierten Münchner mit ihrem gewohnten Positionsspiel und sicheren Passketten Feldvorteile - und gleich bei der ersten gefährlichen Szene vor dem römischen Tor klingelte es. Toni Kroos setzte Ribéry ein, der entschlossene Franzose legte perfekt für Gomez auf, und im Fallen markierte der Schwabe mit Tor Nummer fünf dieser Champions League-Saison das 1:0.

Bayern-Manager hoch zufrieden

Beim 2:0 profitierte der agile Thomas Müller von einem schlampigen Pass von Jeremy Menez. Müllers Vorlage verwertete Gomez zu seinem 14. Treffer in den vergangenen zehn Pflichtspielen. Beide Treffer waren bezeichnend für die größere Handlungsschnelligkeit der Bayern, mit der sie die überforderte Roma-Defensive immer wieder vor Probleme stellten. "Ich bin hochzufrieden. Wie die Mannschaft sich hier präsentiert, macht sehr großen Spaß", sagte Bayern-Manager Christian Nerlinger. Den Gomez-Auftritt nannte er sogar "absolute Weltklasse".

So wehrlos wollten sich die stolzen Römer - in der Liga zuletzt immerhin siebenmal in Serie ungeschlagen - aber nicht düpieren lassen. Mit wesentlich mehr Intensität und Dynamik kam der dreimalige Meister Italiens aus der Kabine. Die Münchner präsentierten sich zunächst unkonzentriert, nachlässig und bauten so die Gastgeber unnötig auf. Nach einem Bayern-Eckball wurde der Tabellenachte der Bundeslia blitzschnell ausgekontert. Menez überlief auf dem rechten Flügel zuerst Timoschtschuk, dann Martin Demichelis und seine Hereingabe stocherte Borriello zum 1:2 ins Netz (49.).

Unsichere Innenverteidigung

Die Konzentrationspannen in der Bayern-Abwehr häuften sich. Die unsichere Innenverteidigung mit Daniel van Buyten und Demichelis strahlte keine Ruhe aus, im Spiel nach vorn gab's kaum noch Entlastung. Wenigstens auf den starken Kraft war Verlass. In der 61. Minute rettete er gleich zweimal brillant gegen den eingewechselten Brasilianer Fabio Simplicio und Matteo Brighi. Sechs Minuten später entschärfte er mühelos einen Fernschuss von Simplicio.

Erst in der 75. Minute durfte Weltmeister Totti aufs Feld. Und die Präsenz des Publikumsliebling verlieh dem AS Rom neue Flügel. Ein Traumpass von Mirko Vucinic wurde von John Arne Riise verlängert und de Rossi traf zum 2:2. Ausgerechnet Totti sorgte per Elfmeter für die Entscheidung. Kraft hatte Borriello gefoult.

Real besiegt Ajax

Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid hat mit einem glänzend aufgelegten Mesut Özil den Gruppensieg in der Champions League perfekt gemacht. Die Königlichen gewannen am fünften Spieltag 4:0 (2:0) bei Ajax Amsterdam und können nicht mehr vom Spitzenplatz der Gruppe G verdrängt werden. Das Achtelfinalticket hatte das Team von Startrainer Jose Mourinho bereits vor dem Spiel in der Tasche.

Im Parallelspiel der Gruppe setzte sich der AC Mailand mit 2:0 (0:0) bei AJ Auxerre durch und folgte Madrid in die K.o.-Runde. Ebenfalls im Achtelfinale steht der ukrainische Titelträger Schachtjor Donezk, der 3:0 (0:0) bei Partizan Belgrad gewann und in der Gruppe H am FC Arsenal vorbeizog. Die Gunners unterlagen bei Sporting Braga mit 0:2 (0:0) und müssen um das Weiterkommen bangen.

Der vorzeitig für das Achtelfinale qualifizierte FC Chelsea mühte sich zu einem 2:1 (0:1) gegen Außenseiter MKS Zilina und machte damit den Sieg in der Gruppe F klar. Zuvor hatte Olympique Marseille durch ein 3:0 (1:0) bei Spartak Moskau die Achtelfinal-Qualifikation geschafft. In der Gruppe des deutschen Meisters Bayern München gewann der FC Basel 1:0 (1:0) gegen CFR Cluj und wahrte seine Chance auf das Weiterkommen.

DPA/SID / DPA

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