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Champions-League-Halbfinale: Ballack träumt vom Finale

Was für ein Dusel: Durch ein Eigentor in der Nachspielzeit hat der FC Chelsea ein glückliches 1:1-Unentschieden in Liverpool erreicht. Die "Blues" von Michael Ballack lieferten im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales eine grausige Leistung ab - und haben jetzt gute Chancen auf das Erreichen des Finales.

Nach einem Tor-Geschenk in der letzten Sekunde der Nachspielzeit kann sich Michael Ballack Hoffnungen auf sein zweites Champions-League-Finale nach sechs Jahren machen. Ein Eigentor des Norwegers John Arne Riise rettete dem FC Chelsea im Hinspiel des brisanten englischen Halbfinal-Duells beim FC Liverpool am Dienstagabend nach einer enttäuschenden Vorstellung ein schmeichelhaftes 1:1 (0:1). Dirk Kuyt hatte die überlegenen "Reds" vor 41 985 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Anfield Road mit seinem Treffer in der 43. Minute in Führung gebracht, Riise traf kurz vor dem Abpfiff (90.+5) ins "falsche" Tor. Damit würde Chelsea im Rückspiel in einer Woche bereits ein 0:0 zum Einzug in das Finale am 21. Mai in Moskau reichen.

Der in der Kritik stehende Teammanager Avram Grant, der Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack von Beginn an auflaufen ließ, kann beim Klub von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch nun etwas durchschnaufen. Am kommenden Samstag steht für Chelsea im Rennen um die englische Meisterschaft an der heimischen Stamford Bridge das vorentscheidende Spiel gegen Meister und Spitzenreiter Manchester United an, der drei Punkte vor den Blues liegt.

Beide Teams neutralisierten sich

Die Zuschauer an der Anfield Road erlebten eine von der Taktik geprägte erste Halbzeit. Beide Teams neutralisierten sich zunächst mit konsequentem Pressing zwischen den Strafraumgrenzen. Chelsea war in der ersten Viertelstunde die aktivere Mannschaft, ohne sich jedoch Chancen herauszuarbeiten. Die ersten vielversprechenden Situationen hatten dann die Gastgeber. Zunächst verpasste Kuyt nach einem langen Pass von Xabi Alonso nur knapp (13. ), dann strich ein Schuss von Fernando Torres am Tor vorbei (17.).

Die besten Möglichkeiten für Chelsea hatte dann wenig später Joe Cole. Der englische Nationalspieler verpasste nach Hereingaben von Didier Drogba und Frank Lampard (18. und 21.) nur knapp. Für Aufregung sorgte dann noch ein Zweikampf zwischen Jamie Carragher und Drogba im Strafraum, doch der österreichische Schiedsrichter Konrad Plautz ließ weiterspielen. Danach konnte Chelsea-Keeper Petr Cech die bis dato größte Liverpool-Chance durch Torres gerade noch entschärfen. Aber zwei Minuten vor der Pause erzwangen die Reds einen Ballverlust von Lampard, den folgenden Ball in den Strafraum verwertete Kuyt mit einem Schuss aus kurzer Distanz zur Führung.

Chelsea war nach Wiederanpfiff noch schwächer

Überraschenderweise übernahmen nicht die Gäste in der zweiten Hälfte das Kommando, sondern Liverpool drängte auf das 2:0. So hatten Javier Mascherano (56.) mit einem 20-m-Schuss und Ryan Babel (60.) mit einer Volleyabnahme gute Möglichkeiten zu weiteren Toren. Erst mit der Einwechselung von Kalou kam Chelsea besser ins Spiel und konnte ein wenig mehr Druck entwickeln, ohne aber wirklich gefährlich vor dem Tor von Liverpool aufzutauchen. In der fünften Minute der Nachspielzeit brachte Kalou eine Flanke in den Strafraum der "Reds". Riise versuchte den flachen Ball mit dem Kopf zu klären und leitete das Spielgerät aber stattdessen "sauber" ins eigene Tor. Der Spielverlauf war damit komplett auf den Kopf gestellt.

DPA/SID/tis / DPA

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