Daviscup-Halbfinale Kohlschreiber macht Schlappe von Haas wett


Mit Kampfgeist und kühlem Kopf hat Philipp Kohlschreiber die schlimmste Daviscup-Pleite von Thomas Haas wett gemacht und dem deutschen Tennis-Team den Weg ins erste Endspiel seit 14 Jahren offen gehalten.

Beim Halbfinale gegen Cupverteidiger Russland verhinderte Kohlschreiber am Freitag in Moskau einen nahezu aussichtslosen 0:2-Rückstand am Auftakttag. Nach dem 2:6, 2:6, 2:6 des indisponierten Haas gegen Igor Andrejew hielt Kohlschreiber dem enormen Druck stand und gewann nach 4:22 Stunden 6:7 (5:7), 6:2, 6:2, 4:6, 7:5 gegen den Weltranglisten-Vierten Nikolai Dawidenko.

Im ersten deutschen Halbfinale seit dem 2:3 in Moskau 1995 ist damit vor dem Doppel am Samstag und den Einzeln am Sonntag noch der sechste DTB-Finaleinzug möglich. Kohlschreiber ließ sich nicht davon schocken, dass er im Tiebreak des ersten Satzes eine 5:2-Führung verspielte und im fünften Satz schon 2:4 hinten lag. Dem gelungenen Viertelfinal-Debüt in Belgien folgte trotz etlicher Fehler eine starke Vorstellung gegen Dawidenko, der wie vom deutschen Team erhofft erneut im Daviscup nicht glänzte und sich nicht für einen weiteren Einsatz am Sonntag gegen Haas empfahl.

Dawidenko kam nicht in Form

Zwei Wochen nach dem Viertelfinal-Sieg über Haas bei den US Open fand auch Russlands Spitzenmann auf dem nassen Sand in der Olympia-Halle kaum zu seiner von Hartplätzen gewohnten Form. Vor nur 2000 Zuschauern rings um den 10.000 Fans fassenden Platz vergab Kohlschreiber im vierten Satz zwei Breakchancen zum 4:2, zeigte dann aber tolle Moral und machte die Überraschung nach mehr als vier Stunden Spielzeit perfekt, als Dawidenko eine Rückhand ins Netz schlug.

Robert Semmler/DPA DPA

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