Derby in München Randale in der U-Bahn


Vor dem Münchner Derby ist es zu zahlreichen Randalen zwischen gewalttätigen Fangruppen gekommen. Drei demolierte U-Bahnzüge, ein beschädigter Streifenwagen, 17 Festnahmen, jede Menge Glasbruch und Verkehrsstörungen - die Polizei hatte alle Hände voll zu tun.

Um noch Schlimmeres zu verhindern, musste die Polizei mit mehreren 100 Einsatzkräften vor dem Spiel in der Innenstadt immer wieder verfeindete Ultra-Fangruppen beider Vereine auf Distanz zueinander halten. Die Beamten sprachen am Donnerstag von einer "äußerst aggressiven Stimmung" in beiden Lagern. Während des Spiels und nach Spielende kam es dann zu keinen weiteren Zwischenfällen, auch der Abmarsch der Fans verlief ruhig.

Auf dem Höhepunkt der Fanrandale blieben etwa eine Stunde vor Spielbeginn drei U-Bahnzüge auf der Strecke vom Zentrum Richtung Allianz Arena im Stadtnorden mit eingeschlagenen Fensterscheiben liegen. Die vollbesetzen Bahnen mussten komplett geräumt und Ersatzzüge herbei geschafft werden. Da nachfolgende U-Bahnen auch schon überfüllt waren, konnten etliche Fans aus den gestoppten Zügen die Fahrt nicht fortsetzen und machten sich auf einen kilometerweiten Fußweg zum Stadion. In der Innenstadt musste die Straßenreinigung anrücken, nachdem in stark angeheizter Stimmung unzählige Flaschen und Gläser geworfen worden und zu Bruch gegangen waren.

Eine Angestellte der U-Bahnwache wurde von einem Bayern-Fan durch Schläge ins Gesicht verletzt. Der Täter wurde ebenso festgenommen und angezeigt wie ein weiterer, flaschenwerfender Bayern-Fan. Trotz der zahlreichen Zwischenfälle fiel die erste Bilanz der Polizei am Donnerstag positiv aus. "Fazit: Das Konzept der Münchner Polizei, vor dem Spiel ein Aufeinandertreffen der beiden verfeindeten Ultra-Gruppierungen zu verhindern, ging auf", hieß es.

DPA/SID DPA

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