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DFB-Pokal: VfL Wolfsburg scheitert mit 2 -3 an RB Leipzig

Die in Leipzig ausgelegten Plastik-Wolfsfallen waren genauso als PR-Gag gedacht wie die Taschentücher für heulende Wölfe. Doch was niemand wirklich geglaubt hatte, passierte tatsächlich. Leipzig schaffte durch den bärenstarken Daniel Frahn die erste große Pokalsensation.

Die Leipziger Innenstadt war mit Wolfsfallen aus Plastik gepflastert und Taschentücher für heulende Wölfe lagen überall parat. Was zunächst als PR-Gag gedacht war, wurde am Ende des Abends dringend gebraucht. Der mutige Viertligist schaffte durch den bärenstarken Daniel Frahn die erste große Pokalsensation.

Der Stürmer erlegte Wolfsburg mit seinem Dreierpack (6., 17., 45.) fast im Alleingang. Wolfsburg war nach völlig verpatztem Start zwar zwischenzeitlich durch Tore von Srdjan Lakic (25.) und Hasan Salihamidzic (28.) zum Ausgleich gekommen, hatte in der Folge auch mehr vom Spiel gehabt. Doch mit Nachlässigkeiten in der Abwehr und erschreckender Konteranfälligkeit machten sie sich hinten das Leben schwer und ließen vorne gegen in der zweiten Hälfte nur noch auf Defensive bedachte Leipziger die nötige Durchschlagskraft vermissen.

"Wenn man so agiert wie wir, kann man nicht bestehen. Wir müssen uns im gesamten Defensivverbund steigern. Das betrifft aber nicht nur die Abwehr, sondern die ganze Mannschaft", brachte Marcel Schäfer bei Sky das Manko seiner Wolfsburger auf den Punkt. Während Leipzig ein erfolgreiches Debüt im DFB Pokal bejubeln konnte, betrauerte Wolfsburg nach der Saison 2004/05 erneut ein Erstrunden-Aus und muss das erste Saisonziel - Felix Magath hatte betont, in dieser Saison den Pokal gewinnen zu wollen - bereits abschreiben.

Perfekter Auftakt von Leipzig und Frahn

"Immer wenn es gegen klassentiefere Clubs geht, wird es schwer", hatte Magath vor dem Spiel geunkt. Was sicherlich auch als eine Art Understatement gedacht war, wurde schnell bittere Realität. Denn Leipzig begann druckvoll und hatte bereits kurz nach Anpfiff durch Frahn die erste Möglichkeit. Der Torjäger brachte den Abpraller allerdings nicht im Tor unter. Doch schon diese erste Chance machte deutlich, wieviel Sand noch im Getriebe der Wolfsburger steckte - vor allem in der Abwehr, die mit einer misslungenen Abseitsfalle den frühen Rückstand verschuldete. Frahn nutzte den Fehler und schob den Ball frei vor Diego Benaglio zum 1:0 ins lange Eck.

Wolfsburg brauchte fast eine Viertelstunde für den ersten richtigen Torschuss, Simon Kjaer platzierte ihn jedoch genau in den Armen von Pascal Borel. Vorne agierte Wolfsburg harmlos und hinten waren sie schlecht sortiert, als ein Thiago Rockenbach-Pass einen Blitzkonter einleitete. Timo Röttger ging rechts bis an die Grundlinie durch, legte zurück auf Frahn, der per Direktabnahme auf 2:0 erhöhte.

Die nötige Sicherheit gab diese Führung den Leipzigern aber nicht und so brachte ein Doppelschlag von Wolfsburgs Neuzugängen die Gäste innerhalb von drei Minuten zurück in die Partie. zunächst hatte Lakic seinen Gegenspieler mit einer Körpertäuschung abgehängt und zum 1:2 eingeschoben, dann schaute Leipzigs Abwehr tatenlos zu, wie Salihamidzic eine Vorarbeit von Marcel Schäfer zum 2:2 über die Linie spitzelte.

Wolfsburg hatte das Spiel nun eigentlich im Griff, hätte durch Lakic sogar in Führung gehen können, doch vor allem auf der linken Abwehrseite blieben sie gegen die schnellen Gegenstöße der Hausherren anfällig. Zunächst hatte Frahn eine weitere gute Möglichkeit noch ausgelassen, doch kurz vor der Pause schlug er dann mit seinem dritten Treffer zu. Rockenbach hatte Marco Russ stehengelassen und in die Mitte geflankt, wo Frahn per Kopf den 3:2-Halbzeitstand markierte (45.).

Wolfsburg ohne Durchschlagskraft

Im zweiten Durchgang wollten sich die Leipziger allein auf ihre Konterstärke und Abschlussfähigkeiten von Frahn setzen. Sie agierten abwartend, zogen sich sehr weit zurück und überließen Wolfsburg komplett die Kontrolle über das Spiel. Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, bei dem die Gäste aber trotz bester Chancen nichts Zählbares zustande brachten. Entweder verfehlten sie wie Mario Mandzukic das Tor knapp, scheiterten an Borel, der mit starkem Reflex nicht nur einen Lakic-Schuss entschärfen konnte (57.) oder liefen ins Abseits.

In der Schlussviertelstunde kamen die Wölfe dann gegen die mit Mann und Maus und zeitweise einer Sechserkette verteidigenden Leiziger nicht einmal mehr in den Strafraum. Immer wieder liefen sie sich fest, ihre Fernschüssen blieben harmlos und auch bei Standardsituationen bekleckerten sich die Niedersachsen nicht gerade mit Ruhm.

Die Kräfte schwanden auch beim Bundesligisten und so bekam Frahn in den letzten zehn Minuten nach Kontern noch einmal zwei ganz dicke Möglichkeiten, endgültig alles klar zu machen. Doch neun Minuten vor dem Ende zielte er zu hoch, zwei Minuten vor Schluss scheiterte er freistehend per Seitfallzieher an Diego Benaglio. Das änderte jedoch weder etwas am Ausgang, noch an seiner persönlich starken Leistung. Frahn und Torhüter Borel wurden zu Matchwinnern und haben sich dafür einen Schluck "Wasser und einen Red Bull", wie Borel lachend bei Sky erklärte, redlich verdient.

Stuttgart mit Mühe gegen Wehen weiter

Besser als Wolfsburg machte es Ligarivale VfB Stuttgart, der mit einem schmucklosen 2:1 bei Drittligist SV Wehen Wiesbaden in die zweite Runde einzog. Vor 11.600 Zuschauern sorgten Ermin Bicakcic (5.) und Zdravko Kuzmanovic (50.) für den mühevollen Erfolg der Schwaben.

Die Hessen, die 2007 mit dem selben Ergebnis Stuttgart im Pokal unterlegen waren, zeigten eine kämpferisch ansprechende Partie und waren über weite Strecken ein gleichwertiger Gegner. Mehr als der zwischenzeitlichene Ausgleich durch den eingewechselten Zlatko Janjic per Foulelfmeter (28.) sprang aber nicht dabei heraus.

Auch bei Gladbach stimmt vor allem das Ergebnis

Auch Borussia Mönchengladbach trat nicht über die volle Distanz souverän auf. Das Team von Trainer Lucien Favre siegte beim Drittligisten Jahn Regensburg mit 3:1 (2:1), machte sich das Leben nach einer frühen 2:0-Führung durch Martin Stranzl (14.) und Marco Reus (22.) aber unnötig schwer.

Für den kampfstarken Gastgeber traf vor 11.800 Zuschauern im ausverkauften Jahn-Stadion Tobias Schweinsteiger (30.) per Foulelfmeter zum 1:2, ehe Igor de Camargo mit einem feinen Heber (75.) das Spiel endgültig entschied.

sportal.de / sportal

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