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Maradonas Tod Maradonas Leibarzt verteidigt sich tränenreich gegen Anschuldigungen

Leopoldo Luque, ehemaliger Leibarzt von Diego Maradona, gab unter Tränen ein Pressestatement ab
"Jemand versucht, einen Sündenbock zu finden": Leopoldo Luque, ehemaliger Leibarzt von Diego Maradona, gab unter Tränen ein Pressestatement ab
© Fabian Marelli / DPA
Der Leibarzt des verstorbenen Maradona hat sich tränenreich gegen Anschuldigungen zur Wehr gesetzt, er habe Maradona nach seiner Gehirn-OP falsch behandelt. Die Anschuldigungen kommen aus dem Umfeld des Nationalhelden.

Der Leibarzt des verstorbenen Diego Maradonas hat sich unter Tränen gegen Anschuldigungen zur Wehr gesetzt, er habe die Fußball-Legende nicht korrekt behandelt. "Ich bin nicht dafür verantwortlich, was passiert ist. Bis zum letzten Moment habe ich immer das Beste für ihn getan", so Leopoldo Luque wenige Stunden, nachdem die Polizei seine Wohnung und seine Praxis durchsucht hatten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. "Es gab keinen Ärztefehler. Bei einem Patienten mit seinen Symptomen ist ein Herzinfarkt als Todesursache das Normalste der Welt", sagte Luque weiter auf einer einberufenen Pressekonferenz in Buenos Aires.

Der Mediziner erklärte, er wolle mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Er habe sich nichts vorzuwerfen: "Ich bin stolz auf alles, was ich für Diego gemacht habe." Dieser sei wie ein Vater für ihn gewesen. Zugleich beschrieb Luque Maradona als einen schwer zu kontrollierenden Patienten. Der 60-Jährige habe eine Reha und weitere Maßnahmen abgelehnt. "Jemand versucht, einen Sündenbock zu finden“, so Luque.
 

Töchter Maradonas verlangen Aufklärung über Medikamente

Damit dürften in erster Linie die Töchter Maradonas Töchter Dalma, Gianinna und Jana gemeint sein. Sie hatten die Behörden in vorangegangenen Aussagen offenbar um eine Überprüfung der Medikamente gebeten haben, die ihr Vater in den zurückliegenden Monaten verordnet bekommen hatte. Ein weiterer Grund für die Ermittlungen sei, dass er zu Hause gestorben ist und niemand die Sterbeurkunde unterzeichnet habe, hieß es. Maradonas Anwalt hatte ebenfalls eine Untersuchung gefordert und behauptet, der Zustand des 60-Jährigen sei "zwölf Stunden lang" nicht kontrolliert worden. Er halte dies für "kriminellen Irrsinn".

Maradona war in seinem Haus in Tigre nahe Buenos Aires gestorben. Dort hatte er sich von einer Gehirn-OP erholt. Am Mittwoch erlag der 60-Jährige einem Herzstillstand. Wie genau die Umstände seines Todes waren, muss noch geklärt werden. Bislang haben die Ermittlungen ergeben, dass Maradona von seinem Pfleger zuletzt lebend gesehen wurde. Gegen 6.30 Uhr am Mittwochmorgen seines Todestages habe dieser sich versichert, dass Maradona "geschlafen und normal geatmet" habe, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Zunächst war angenommen worden, dass Maradonas Neffe den 60-Jährigen zuletzt lebend gesehen hatte. Er hatte seinen Onkel am späten Dienstagabend besucht. Nach einer Operation sollte Maradona eigentlich rund um die Uhr betreut werden.

Quellen: "sportschau.de", "Bild", "Tagesspiegel", DPA, AFP

tis

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