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4:0 gegen Gladbach Fünf Gründe für Tuchels Traumstart beim BVB


Thomas Tuchel hat mit dem BVB ein sensationelles Spiel gegen Mönchengladbach hingelegt. Die Dortmunder wollen die vergangen Seuchensaison vergessen machen. Fünf Gründe, warum sie auf einem guten Weg dahin sind.
Von Finn Rütten

Die Ära Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund ist nun auch in der Bundesliga Geschichte. Der neue Coach heißt Thomas Tuchel - und seine Mannschaft hat zum Auftakt eine beeindruckende Show hingelegt. Mit 4:0 hat der BVB Borussia Mönchengladbach aus dem Signal-Iduna-Park gefegt. Dortmund hat den ersten Schritt gemacht, um die vergangene Seuchensaison vergessen zu machen. Fünf Gründe, warum der BVB auf einem guten Weg dahin ist.

Henrikh Mhkitaryan in Bestform

Die größte Veränderung zur letzten Saison vorneweg: Henrikh Mhkitaryan. Der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte ist in einer bestechenden Verfassung. Letzte Saison noch als Chancentod verschrien, knipst der Armenier, wie es ihm gefällt. Sechs Tore und drei Vorlagen in vier Pflichtspielen ist seine starke Bilanz bislang. Zum Vergleich: In 42 Spielen vergange Saison traf er lediglich fünf Mal. Tuchel hatte ihm bereits vor der Saison sein volles Vertrauen ausgesprochen - und das scheint gefruchtet zu haben. Mhkitaryan sprüht nur so vor Selbstvertrauen, ist der Dreh- und Angelpunkt des Dortmunder Offensivspiels.

Starkes Pressing

Der BVB geht wieder hohes Tempo, drängt den Gegner zurück und erobert viele Bälle. Gladbach konnte sein Spiel nicht im Ansatz entfalten, schoss nur fünf Mal auf das Dortmunder Tor - keiner der Schüsse brachte ernsthafte Gefahr. Fohlen-Coach Lucien Favre sagte nach dem Spiel am Sky-Mikrofon, Dortmund habe einfach zu schnell gespielt und sein Team habe nicht mithalten können.

Julian Weigl der Gewinner der Vorbereitung

Vor der Spielzeit wurde der BVB noch für den Transfer des 19-jährigen Julian Weigl vom TSV 1860 München belächelt. Diese Stimmen dürften verstummt sein. Denn nicht der 11-Millionen-Zugang Gonzalo Castro ist der Gewinner der Vorbereitung unter Tuchel, sondern der Youngster Weigl. Alle hätten bei ihm bei Null angefangen und Weigl habe seine Chance genutzt, so Tuchel kürzlich. Das Vertrauen zahlt der 19-Jährige zurück. Gegen Mönchengladbach spielte er durch, war die solide Schaltzentrale im Mittelfeld hinter Gündogan, brachte 95 Prozent seiner Pässe zum Mann und legte mit 11,71 Kilometern die größte Strecke aller Akteure auf dem Platz zurück.

Besseres Ballbesitz-Verhalten

Bereits im Vorfeld der Saison wurde viel über die neue Philosophie beim BVB berichtet. Tuchel setzt wesentlich mehr auf eigenen Ballbesitz als sein Vorgänger. Was Dortmund im vergangenen Jahr noch schwer fiel, nämlich gegen einen tiefstehenden Gegner das Spiel machen zu müssen, läuft bislang richtig gut. Der Ball zirkuliert viel in den eigenen Reihen und immer wieder entstehen aus kontrolliertem Aufbau gefährliche Situationen vor dem gegnerischen Kasten.

Die Spielfreude ist zurück

Last but not least: die Spielfreude. Mhikitaryan, Reus, Kagawa - die gesamte kreative Offensivabteilung des BVB war vergangene Saison nur ein Schatten ihrer selbst. Kaum Ideen, wenig Torgefahr und eine schreckliche Chancenverwertung. Davon ist seit dieser Spielzeit keine Spur mehr: Reus, Aubameyang und Mhkitaryan erzielten die vier Tore gegen Gladbach - eines schöner herausgespielt als das andere . Shinji Kagawa scheint wieder der Alte zu sein, steht mit einer ganz anderen Körpersprache auf dem Platz und bringt sich sehenswert in die Passstafetten ein. Hübscher One-Touch-Fußball, wie vor dem 1:0 durch Marco Reus, ist die logische Konsequenz. Mit derartiger Spielfreude ist der BVB auf dem besten Weg, die katastrophale letzte Saison vergessen zu machen.


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