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Statistik: Der gläserne Spieler

Der Schnellste, der Brutalste, der Torgefährlichste - auch zu dieser EM findet man wieder haufenweise Statistiken. Wie schnell war Christiano Ronaldo oder wie oft stand Lukas Podolski im Abseits? Antworten gibt der sogenannte "Castrol Performance Index". stern.de erläutert den Index und stellt die Spitzenspieler dieser EM vor.

Von Christoph Kwaschnik

Wir leben im Zeitalter des modernen Fußballs. Moderne Trainings- und Analysemethoden gehören mittlerweile zum Standardrepertoire für jeden Fußball-Trainer. Der Castrol-Index bietet eine solche Quelle, mit der die Coaches arbeiten können. Laufwege, Zweikampfverhalten, Tempo, taktisches Verhalten - nichts entgeht den Vermessern des modernen, zeitgemäßen Fußballs.

Die Methode, die beim Castrol-Index angewandt wird, wurde urspünglich entwickelt, um in der Raumfahrt- und Rüstungsindustrie Flugkörper aufzuspüren. Für die Anwendbarkeit im Fußball ist das System dann später weiterentwickelt worden.

Es handelt sich dabei um ein sogenanntes "Tracking-System". 16 Spezialkameras erfassen alle Bewegungen der Spieler auf dem Rasen. Die Daten werden im Computer ausgewertet.

Dabei erhält jeder Spieler einen Code und wird automatisch während des Spiels von den Kameras verfolgt und analysiert. Anhand verschiedener Kriterien werden diese Daten dann ausgewertet und im Castrol-Index dargestellt. Die Kriterien sind dann die Grundlage für ein Punktesystem, den Index. Dabei ist die Punktevergabe für jeden Mannschaftsteil unterschiedlich.

Michael Ballack glänzt durch rustikales Auftreten

Das Bewertungssystem für die Punktevergabe ist sehr differenziert und jeder Spieler wird mit den Maßstäben gemessen, die für seinen Mannschaftsteil gelten. Für Abwehrspieler sind demnach gute Zweikampfwerte entscheidend, hingegen für Mittelfeldspieler ist die Passgenauigkeit wichtiger. Der Castrol-Index berücksichtigt bei der Punktevergabe auch die Qualität jeder Aktion. So bekommt ein Spieler beispielsweise für einen Abstauber weniger Punkte, als für einen 30-Meter-Hammer.

Auch die Rekordhalter in den einzelnen Bewertungskriterien lassen sich über den Index ermitteln. stern.de hat sich diese Spieler einmal angeschaut.

Tor

Im Tor ist Petr Chech, der mit 18 Paraden in einem Spiel ein großer Rückhalt für die tschechische Mannschaft gewesen, auch wenn ihn und sein Team das Aus im Viertelfionale ereilte.

Abwehr

Der Abwehrspieler Marek Jankulowski macht mit seinem Spitzenwert von 13 gewonnenen Zweikämpfen in einem Spiel von sich reden und hat damit den Rekord inne. Philip Lahm belegt, obwohl Abwehr- und kein Mittelfeldspieler, mit 165 angekommenen Pässen den ersten Platz in der Kategorie "erfolgreiche Pässe".

Mittelfeld

Der schweizerische Mittelfeldspieler Valon Behrami musste ziemliche leiden. Er ist Rekordhalter eines schmerzhaften Rekords bei der EM. 14 Mal wurde der Mittelfeldspieler in einer Partie gefoult, dieser Wert ist unerreicht.

Wo die "Opfer" sind, sind die "Täter" nicht weit. Michael Ballack belegt den ersten Platz der unrühmlichen Foulstatistik, 14 Mal foulte Ballack in einer Partie, so was nennt man Einsatz. Ein weiterer Mittelfeldspieler hält einen Rekord inne, Hamit Altintop. Der Spieler vom FC Bayern München trug mit seinen bisher 3 Torvorlagen maßgeblich zum Höhenflug der türkischen Mannschaft bei. Diese Leistung bedeutet Platz 1.

Sturm

Der erfolgreichste Stürmer der EM ist David Villa vom FC Valencia. Der Spanier traf bisher viermal ins Schwarze, einsame Spitze. Den Außenstürmer der kroatischen Mannschaft, Ivica Olic, kann man mit Fug und Recht als den "Turbo" der EM bezeichnen. Mit seinen gemessenen 31,76 km/h ist er der schnellste Spieler der Europameisterschaft. Wenn es um Rekorde geht, dann darf er natürlich nicht fehlen - Christiano Ronaldo. Mit seiner Leistung bekommt der Portugiese gewissermaßen das "Fleißkärtchen" der EM. Keiner schoss in einem Spiel häufiger aufs Tor, nämlich vier Mal.

Stand: 21.6.2008

Mehr Informationen und aktualisierte Statistiken zu allen Spielern der EM gibt es unter www.castrolindex.de.

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