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Podolski fordert mehr Respekt: "Als Maskottchen bin ich bestimmt nicht hierhergekommen"

Lukas Podolski fühlt sich von den Medien respektlos behandelt. Als Maskottchen wolle er sicher nicht nach Frankreich fahren, sagt er - und nennt auch Gründe, warum er diesen Titel nicht verdient habe.

DFB-Nationalspieler Lukas Podolski auf einer Pressekonferenz vor der EM 2016 in Frankreich

DFB-Nationalspieler Lukas Podolski auf einer Pressekonferenz vor der EM 2016 in Frankreich

Lukas Podolski hat im EM-Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft einen respektvolleren Umgang mit seiner Person gefordert. "Als Maskottchen bin ich bestimmt nicht hierhergekommen", sagte der 30-Jährige am Mittwoch in Ascona zu dieser Titulierung in einigen Medienberichten. "Das ist eine Unverschämtheit, das habe ich nicht verdient", sagte der Fußball-Weltmeister.

Er habe über 100 Länderspiele absolviert und stehe vor seinem siebten Turnier. "Ich habe eine wichtige Rolle." Sein Ziel sei es, Europameister zu werden. Er habe bei Galatasaray Istanbul eine gute Saison gespielt mit vielen Toren und Vorlagen. "Ich bin topfit", betonte Podolski. In der abgelaufenen Saison hat der Angreifer in 43 Spielen für die Türken 17 Treffer erzielt und 10 aufgelegt. Zweimal traf er in der Champions League.

Schafft Lukas Podolski es in die Startelf?

Derweil macht sich Baumeister Joachim Löw mit seinen 23 EM-Arbeitern an den Feinschliff. Die Elf für den Start des Fußball-Weltmeisters in die Europameisterschaft nimmt Konturen an. Sieben Fixkräfte für das Auftaktspiel gegen die Ukraine sind schon klar: Es sind die Weltmeister Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Sami Khedira, Toni Kroos, Thomas Müller und Mesut Özil sowie Turnierneuling Jonas Hector.

Um vier vakante Plätze gibt es im Schweizer Trainingscamp einen harten Wettbewerb. "Eine gewisse Achse - Torhüter, Innenverteidiger, Mittelfeld - ist schon wichtig für eine Mannschaft", erklärte der Bundestrainer: "Dafür haben wir Spieler, die längere Zeit bei uns sind, die Spielweise kennen, die Führungsspieler sind." Lukas Podolski ist Außenseiter, aber der Turnierveteran will sich aufdrängen.

Die zweite Arbeitswoche in der Schweiz hatte Löw zum Feintuning erklärt. "Es ist wichtig, die Puzzle-Teile wieder mehr zusammenzufügen", sagte Löws Assistent Marcus Sorg am Mittwoch. Vor einer geheimen Doppelschicht im Stadio Comunale di Ascona hatte der Bundestrainer bei einer für Medien offenen Übungseinheit wertvolle Einblicke gewährt. Gut zu sehen war unter anderem, dass der ins Teamtraining eingestiegene Bastian Schweinsteiger wie beim WM-Triumph 2014 in Brasilien maximal im Turnierverlauf hilfreich werden könnte. 

Reus wird nicht nach Frankreich zur EM fahren.


fin / DPA

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