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EM 2021 Ungarische Behörden nehmen Holland-Fans Regenbogenflaggen ab – Uefa sieht sich nicht zuständig

Die holländischen Fans waren gewohnt orange, aber dieses Mal auch ein bisschen bunt unterwegs
Die holländischen Fans waren gewohnt orange, aber dieses Mal auch ein bisschen bunt unterwegs
© Robert Michael / DPA
Die Diskussionen um Regenbogenfarben werden zum Dauerthema dieser Fußball-EM. Vor dem Achtelfinale zwischen der Niederlande und Tschechien sammelten Berichten zufolge ungarische Behörden entsprechende Fahnen in der Fanzone in Budapest ein. Die Uefa sieht sich nicht zuständig. 

Ungarische Behörden haben am Sonntagnachmittag einigen niederländischen Fans in der Fanzone von Budapest Flaggen in den Farben des Regenbogens abgenommen. Das berichteten zuerst mehrere niederländische Medien. Wenig später reagierte die Uefa mit einem Statement.

Der Verband teilte mit, dass regenbogenfarbene Symbole entgegen anders lautender Medienberichte in den Fanzonen der Uefa nicht verboten seien. Im Gegenteil würde man solche Fahnen und ähnliches sogar ausdrücklich begrüßen, hieß es. Die Fanzone in Budapest aber, so teilte die Uefa mit, stünde unter der Kontrolle der lokalen Behörden.

In einem weiteren Tweet stellte der Verband zudem klar, dass man den ungarischen Fußballverband darüber informiert habe, dass regenbogenfarbene Symbole nicht politisch seien und in Einklang stünden mit der #EqualGame-Kampange der Uefa gegen Diskriminierung, auch explizit gegen solche gegen die LGBTQI+-Community. Regenbogenflaggen seien im Stadion erlaubt. 

Die EM 2021 und der Regenbogen

Der Regenbogen als Symbol ist zum Politikum geworden bei dieser EM. Er gilt als Symbol für die Rechte und gegen die Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen sowie anderen sexuellen Minderheiten. Vor dem Spiel Deutschland gegen Ungarn in München vergangenen Mittwoch hatte die Stadt München darum gebeten, die Allianz-Arena in eben diesen Farben beleuchten zu dürfen, um gegen ein als homo- und transfeindlich kritisiertes Gesetz der ungarischen Regierung zu protestieren. Der Verband lehnte mit Verweis auf die politische Neutralität ab, was ihm viel Kritik einbrachte. 

Als Reaktion ließen andere Fußball-Städte Deutschlands am Mittwoch ihr Stadion in bunten Farben leuchten. Einige Sponsoren des Turnieres, wie Volkswagen, Heineken und TikTok schalteten zudem bunte Bandenwerbung und selbst die Uefa färbte ihr Logo nach einigen Tagen in den Farben des Regenbogens. Man stehe für diese Werte, die Anfrage aus München aber habe sich explizit auf das ungarische Gesetz bezogen und sei somit politisch motiviert gewesen, hieß es. 

Quellen: ARD Sportschau / Uefa via Twitter

fin

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