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Europa League: Mainz nur 1 -1 zum Europacupauftakt

Die stark umgebaute Mainzer Mannschaft droht bereits an der ersten Hürde in der Europa League-Qualifikation zu scheitern. Ein 1:1 gegen den rumänischen Club Gaz Metan im Hinspiel in der neuen Coface Arena bedeutet, dass die Elf von Thomas Tuchel nächste Woche in Rumänien treffen muss, um das Aus noch abzuwenden.

Trotz anfänglicher Überlegenheit und einer hoch verdienten Halbzeitführung durch Niko Bungerts Kopfballtor schaffte Mainz 05 es nicht, gegen den rumänischen Club Gaz Metan sein Heimspiel zu gewinnen. Dank Taher Bawabs Ausgleich nach einer Stunde reicht dem Team aus Transsilvanien im Rückspiel ein 0:0.

Vor 16.000 Zuschauern in der Pflichtspielpremiere in der neuen Coface Arena war Mainz, auch dank der zunächst starken Neuzugänge Zoltan Stieber, Zdenek Pospech und Anthony Ujah die dominante Mannschaft, verlor aber nach der Pause etwas an Energie und Konsequenz. So kamen die Gäste noch zum Ausgleich und haben nun die leicht bessere Ausgangsposition vor dem zweiten Teil der 3. Qualifikationsrunde, der in einer Woche in Medias ausgetragen wird.

Heinz Müller erhielt im Tor den Vorzug vor Christian Wetklo. Links in der Viererkette spielte Neuzugang Zdenek Pospech an Stelle von Malik Fathi. Gewöhnungsbedürftig war für die FSV-Fans nicht nur das neue Stadion, sondern auch das Gesicht ihrer Mannschaft in der Offensive.

Viele Neue in der FSV-Elf

Wo in der vergangenen Saison noch Lewis Holtby und André Schürrle gewirbelt hatten, spielten jetzt Zoltan Stieber und Marcel Risse auf den Flügeln, mit Anthony Ujah ein weiterer Neuzugang in der Sturmspitze, wo in Abwesenheit des verletzten Adam Szalai vor der Sommerpause Florian Heller ausgeholfen hatte. Neben Elkin Soto spielte Eugen Polanski in der Doppelsechs, Jan Kirchhoff fehlte angeschlagen.

Gästecoach Cristian Pustai hatte seine Mannschaft gegenüber dem Saisonauftaktspiel beim FC Brasov (1:2) auf drei Positionen verändert und brachte Jasmin Trtovac, Alin Litu und Zarko Markovic für Ionut Buzean, Radu Zaharia und Alex Munteanu. Der Letztere kam jedoch schon nach acht Minuten zu seinem Einsatz in Mainz, nachdem sich Paul Parvulescu verletzt hatte.

Mainz brauchte etwas, um ins Spiel zu kommen und hatte nach nur vier Minuten Glück, dass ein abgefälschter Schuss von Litu nicht seinen trudelnden Weg ins Tor fand, sondern knapp am Pfosten vorbeirollte. Danach aber erhöhten die Rheinhessen das Tempo und kamen, vor allem über links, immer wieder zu gefährlichen Spielzügen. Mit Zoltan Stieber und dem heute links eingesetzten Pospech liefen dort eindrucksvolle Kombinationen von kurzen, direkten Pässen.

Aktiver Ujah, präziser Bungert

Eine Flanke von Pospech köpfte der sehr agile Ujah aus elf Metern in die Arme von Keeper Razvan Plesca. Zuvor hatte der nigerianische Neuzugang die Chance mit einem Hackentrick selbst mit eingeleitet. Das erste Tor für den FSV fiel aber erst nach einer halben Stunde.

Kapitän Cristian Todea hatte Eugen Polanski nahe der rechten Strafraumgrenze gefoult und war dafür von Schiedsrichter Steven McLean zu Recht verwarnt worden. Den fäligen Freistoß trat Stieber in den Strafraum, Niko Bungert stieg höher als Ovidiu Hoban und köpfte den Ball aus zehn Metern unhaltbar in den Winkel.

Mit diesem 1:0 ging es in die Halbzeitpause - hoch verdient, aber noch nicht das Ergebnis, das man von einem Europacupheimspiel erwartet. Kurz nach Wiederanpfiff hatten die Mainzer zweimal die Chance auf das 2:0, aber Ujah scheiterte frei vor Plesca mit dem Versuch, den Ball am Keeper vorbeizuschieben, und Polanski setzte seinen Schuss von der Strafraumgrenze nach gutem Anspiel von Andreas Ivanschitz am Tor vorbei.

Harmloser Standard führt zum Goldenen Auswärtstor

Nach einer Stunde stand es dann aber auf einmal 1:1. Ein eigentlich nicht all zu gefährlich anmutender Freistoß aus der Spielfeldmitte wurde von Ciprian Petre in den Strafraum geschlagen. Nikolce Noveski und Zarko Markovic stiegen zum Kopfballduell, irgendwie prallte der Ball zu Taher Bawab, der Polanski enteilte und aus acht Metern zum Ausgleich traf.

Thomas Tuchel reagierte schnell und brachte mit Sami Allagui und Eric-Maxim Choupo-Moting zwei neue Angreifer ins Spiel. Fast hätte sich das 20 Minuten vor dem Ende ausgezahlt, als Choupo nach einer Ecke von Stieber aus zehn Metern zum Kopfball kam. Hoban stoppte den Ball aus kurzer Distanz. Zwar wurde Handspiel reklamiert, aber aus kurzer Distanz mit angelegtem Arm konnte man die Entscheidung von Schiedsrichter McLean nachvollziehen.

In den Schlussminuten durfte sich mit Nicolai Müller dann auch noch ein fünfter Neuzugang vor eigenem Publikum vorstellen. Der Ex-Fürther bekam ebenfalls noch eine Chance, konnte aus 12 Metern aber weder platziert noch hart genug schießen um Plesca im Gäste-Tor zu überwinden.

In der Nachspielzeit unterlief dem ansonsten souveränen Referee dann noch ein Fehler, als er ein Foul von Akaki Khubutia an Elkin Soto nicht ahndete. Die Szene war immerhin außerhalb des Strafraums, so dass es keinen Elfmeter gegeben hätte - wohl aber noch eine gefährliche Freistoßchance für Mainz.

Daniel Raecke

sportal.de / sportal

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