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Europa League: Schalke blamiert sich mit 0 -0 gegen Larnaka

Wieso, weshalb, warum verdienten sich die Spieler des FC Schalke 04 beim Gruppenspiel gegen den AEK Larnaka Pfiffe von den eigenen Rängen? Wir versuchen uns an einigen schnellen Antworten.

Den vorzeitigen Einzug in die nächste Runde der Europa League wollte der FC Schalke 04 mit der Pflichtaufgabe AEK Larnaka lösen. Am Ende standen jedoch Pfiffe der eigenen Anhänger, ein Spiel ohne Tore und ein möglicherweise bitterer Ausfall eines Leistungsträgers.

Die nächste Runde...

...sollte trotz der Nullnummer weiterhin locker in Reichweite sein. Dank des 4:2 von Steaua Bukarest gegen Maccabi Haifa bleiben die Königsblauen weiterhin Erster in der Gruppe A und haben mit drei Punkten Vorsprung auf die drittplatzierten Rumänen alles in der eigenen Hand.

Elf Freunde sollt ihr sein

Dieser weise Spruch gilt natürlich schon lange nicht mehr im modernen Fußball. Eher sollten 15 oder mehr Freunde zum Erfolg auf den Rasen beitragen. Trotzdem wollte Huub Stevens nach eigenen Aussagen "keine Rotation“ durchführen. Das galt zwar für den Torwartposten, mit Jefferson Farfan, Benedikt Höwedes, Lewis Holtby, Jermaine Jones, Christoph Metzelder und Raul durften sich allerdings gleich fünf Spieler vom Bundesliga-Samstag schonen. Denn nur diejenigen, die der Schonung bedurften, wollte Stevens nach eigenen Aussagen außen vor lassen.

Umwege und simple Fehler

Vielleicht lag in diesen Umstellungen die Krux des Spiels begraben. Denn eigentlich musste man den Gästen mehr Möglichkeiten und das entspanntere Spiel zugestehen. Schalke wirkte dagegen oft unkonzentriert und verkomplizierte die eigene Situation das eine oder andere Male unnötig.

Auch als in der zweiten Hälfte gerade mit der Einwechslung von Holtby und Farfan mehr Zug ins Spiel kam, fehlte die letzte Konsequenz. Schlimmer noch – zumindest aus Schalker Sicht: Die Gäste spielten weiter munter mit und bekamen gute Möglichkeiten. Wenn es dann auch einmal eine Schalke Chance gab, wirkten die Akteure zu bemüht, zu umständlich.

Warum nicht Hildebrand?

Eigentlich wäre die Partie gegen die Zyprioten ein ideales Aufwärmprogramm für den gerade erst verpflichteten Schlussmann Timo Hildebrand gewesen. Doch der saß gegen Larnaka nicht einmal auf der Bank. "Wenn Lars so hält wie heute: Habe ich da einen Grund, etwas zu ändern?“, fragte Stevens bereits nach dem Bundesliga-Spiel in Hoffenheim. Hildebrand, erklärte der Übungsleiter weiter, habe nach anderthalb Jahren fehlender Matchpraxis zudem noch einiges nachzuholen.

Gegen Larnaka hätte er jedoch ein paar Mal getestet werden können, denn auch die De-Facto-Nummer-Eins Unnerstall musste öfter eingreifen und rettete unter anderem sogar noch in der 88. Minute oder der 90. Minute das Unentschieden. Ob ein eingerosteter Hildebrand eine Blamage ebenfalls hätte verhindern können? Wir werden es nie erfahren.

Was ist mit Klaas-Jan Huntelaar?

Ein Zusammenprall mit Joel Matip streckte den Stürmer in der 82. Minute nieder und bedingte die Schalker Unterzahl bis zum Ende. Den blutverschmierten Niederländer dürfte in diesen Minuten weniger das Ergebnis des Spiels, denn das Ergebnis seiner medizinischen Untersuchung interessiert haben - Verdacht auf Nasenbeinbruch lautete die erste Vermutung. Der mögliche Ausfall des sportal.de-Kandidaten zum Spieler des Monats Oktober könnte für die Schalker in Zukunft noch schwere wiegen als die blamable Nullnummer.

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

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