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Europa League: Schalke mit glücklichem Remis in Plzen

Gegen Gladbach war Schalke zuletzt einige Schritte zu spät gewesen, der Flieger nach Prag hatte Verspätung und auch gegen Viktoria Plzen liefen sie dem lange überlegenen und führenden Gegner nur hinterher, bis Klaas-Jan Huntelaar eine Viertelstunde vor Schluss der wichtige Auswärtstreffer zum 1:1 gelang.

Die Schalker Pannenserie der letzten Woche schien sich auch im Hinspiel des Sechszehntel-Final-Hinspiels bei Viktoria Plzen fortzusetzen. Nachdem die Königsblauen in der Liga gegen Gladbach einem 0:3 hinterher gehechelt waren, der Flieger bei der Europa League-Reise nach Prag eine Stunde Verspätung gehabt hatte, rannten die Königsblauen auch beim vermeintlichen Underdog einem Rückstand hinterher, bis Klaas-Jan Huntelaar (75.) die zwischenzeitliche Führung durch Vladimir Darida (22.) doch noch zum 1:1-Endstand egalisieren konnte.

Das Auswärtstor des Niederländers bescherte Schalke eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel, überdeckte aber auch, dass die Mannschaft von Huub Stevens erneut spielerisch einige Defizite aufwies. Um das von Sportdirektor Horst Heldt ausgegebene Ziel "ins Endspiel zu kommen" auch erreichen zu können, bedarf es aber einer gehörigen Leistungssteigerung.

Schalke schwach, Plzen verdient in Führung

Ein von Benedikt Höwedes leicht abgefälschter Volleyschuss des zentral im Rückraum völlig frei stehenden Vladimir Darida (22.) zum 1:0 nach einer Pavel Horvath-Flanke von der linken Eckfahne hatte die Schalker sowohl für ihre defensive Nachlässigkeit bestraft, als auch dafür, dass Klaas-Jan Huntelaar in der Anfangsphase zwei Torgelegenheiten ausgelassen hatte. Den ersten Abschluss des Niederländers aus knapp 20 Metern hatte Plzens Keeper Marek Cech zur Ecke gelenkt, den zweiten – ein nach Flanke von Christian Fuchs per Außenrist aus kurzer Distanz Richtung Tor bugsierter Ball – fing der Schlussmann ohne Mühe.

Trotz des Einsatzes des in der Liga immer noch gesperrten Jermaine Jones ließ Schalke nicht nur die nötige Aggressivität und Durchschlagskraft vermissen, sondern leistete sich auch immer wieder unnötige Ballverluste. Die nutzte das deutlich lauf- und zweikampfstärkere Plzen aus einer sicheren und kompakten Defensive heraus immer wieder zu schnellen Kontern, die die großen Abstimmungsschwierigkeiten der Schalker gnadenlos aufdeckten. Da es bei Viktoria jedoch im Abschluss haperte, waren die Königsblauen mit dem knappen Pausenrückstand noch gut bedient.

Plzen legt nicht nach und Huntelaar gleicht aus

Nach dem sicherlich deutlich ausgefallenen Halbzeit-Donnerwetter von Huub Stevens wirkte Schalke zum Start der zweiten Hälfte zunächst etwas aktiver. Doch es dauerte nicht sonderlich lange, bis Plzen wieder die Spielkontrolle übernahm. Die Schalker Abwehr reagierte auf die schnellen Attacken der Gegner meist viel zu langsam und hatte großes Glück, dass ihre große Abschlussschwäche Viktoria eine höhere Führung verbaute. Darida verfehlte aus 18 Metern knapp das Tor, nachdem kurz zuvor ein abgefälschter Schuss von Marek Bakos lediglich an den rechten Außenpfosten gelandet war.

Und diese Nachlässigkeiten rächten sich eine Viertelstunde vor Schluss. Der nach einer Stunde eingewechselte Jefferson Farfan hatte den Ball am Keeper vorbei in den Fünfmeterraum gespitzelt, wo der wenige Minuten zuvor für Raul gekommene Ciprian Marica den Ball nicht richtig traf, so aber Huntelaar (75.) bediente, der zum 1:1 abschließen konnte und seinem Team eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel in der heimischen Arena bescherte.

Malte Asmus

sportal.de / sportal

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