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Fall Amerell: Kempter hofft auf "Fair Play" bei Rückkehr

Schiedsrichter Michael Kempter hofft, dass ihn die Zuschauer bei einer Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne fair empfangen werden. Vor dem anstehenden Gerichtsprozess läßt Kempter unterdess weiter kein gutes Wort an dem ehemaligen Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell.

Schiedsrichter Michael Kempter hofft, dass ihn die Zuschauer bei seiner Rückkehr in den Profi-Fußball fair und respektvoll empfangen werden. "Dumme Sprüche bin ich gewöhnt, aber ich hoffe, dass die große Mehrheit der Fans das Fair Play in den Vordergrund stellt", sagte der 27-Jährige aus Sauldorf im "kicker" (Donnerstag). Er setzt darauf, dass sich bei ihm auf dem Spielfeld schnell wieder Freude einstellt "und dann wieder alles beim Alten sein wird". Kempter hat dem ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter und DFB-Funktionär Manfred Amerell vorgeworfen, ihn sexuell belästigt zu haben. Amerell weist die Anschuldigungen zurück.

Erst die öffentliche Verdrehung der "Täter- und Opferrolle" durch Amerell habe ihn veranlasst, in die Öffentlichkeit zu gehen, sagte Kempter. "Da musste ich reagieren." Der von der Amerell-Seite angestrengten Verhandlung am 4. März vor dem Münchner Landgericht I, in der es um einzelne DFB-Behauptungen in der Angelegenheit gehen soll, blickt er ohne Sorge entgegen. "Ich habe nur die Wahrheit gesagt. Manfred Amerell dagegen hat angekündigt, dass es sein Ziel sei, mich zu beschmutzen. Auf dieses Niveau werde ich mich nicht begeben", sagte Kempter.

Der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses, Volker Roth aus Salzgitter, sieht derweil keine Veranlassung, wegen seines Verhaltens im Fall Amerell den Posten vorzeitig zu räumen. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich werde weitermachen", sagte der 68-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag). Roth will das Amt erst beim DFB-Bundestag Ende Oktober in Essen für seinen designierten Nachfolger Herbert Fandel (Kyllburg) räumen. "Ich werde bis Oktober weitermachen", kündigte der Schiedsrichter-Obmann an.

Mitte Dezember 2009 hatte ihn Kempter von den Vorwürfen gegen Amerell unterrichtet. Da Roth erst Mitte Januar mit DFB-Präsident Theo Zwanziger das Thema besprach, wurde ihm mangelnde Sorgfalts- und Informationspflicht vorgehalten. Auch Zwanziger sprach davon, dass Roth "Fehler" gemacht habe. Roth verteidigte in der Zeitung aber sein zeitliches Vorgehen: "In einem solchen Fall kann man nicht vorschnell rausgehen und posaunen, haltet den Dieb. Ich musste erst mal ein paar Gespräche führen, ehe sich alles verdichtet hat."

DPA

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