FC Bayern München "Alte" Bayern mit neuem Gegner


Der FC Bayern München ist zurück in der Erfolgsspur. Nach dem letztlich sicheren Sieg in Frankfurt haben die Münchner wieder die Tabellenführung im Visier und überzeugen mit dem von ihnen gewohnten Selbstvertrauen. Nur eines stört: ein neuer Rivale, dem die Bayern wirklich alles zutrauen.

Rekordmeister FC Bayern München wähnt sich nach dem dritten Erfolg in Serie zurück in der Titelspur und lässt nicht nur sportlich die Muskeln spielen. "Jetzt nehmen wir unseren Rhythmus mehr und mehr auf. Wir wollen an die Tabellenspitze, mit jedem Sieg kommen wir dem näher. Gegen die Herbstmeisterschaft hätten wir nichts einzuwenden, da wollen wir uns hinarbeiten. Allerdings wird das schwierig und bedarf noch vieler Siege", schickte Trainer Jürgen Klinsmann nach dem schwer erkämpften 2:1 bei Eintracht Frankfurt eine unmissverständliche Kampfansage an die Konkurrenz.

Mit ihrer Mini-Serie haben die Bayern den holprigen Saisonstart vergessen lassen und sich im Titelrennen zurückgemeldet. "Wir waren nicht beunruhigt, als zu Beginn einige Dinge daneben gegangen sind. Unsere Vorbereitung war sehr kompliziert. Die momentanen Leistungen sind die logische Konsequenz unserer Arbeit in den vergangenen drei Monaten", erklärte der sichtlich zufriedene Klinsmann.

Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter WM-Arena drehten die durch ein Eigentor von Martin Demichelis (55.) in Rückstand geratenen Münchner dank ihrer individuellen Klasse die Partie. Miroslav Klose (65.) und Franck Ribery (70.) sorgten für den verdienten Sieg der überlegenen Gäste. "Ich denke, es war heute ein absolut kontrolliertes Spiel, auch wenn es nach dem 0:1 spannend wurde. Die Mannschaft ist mittlerweile so fit und stabil, das hat sich auch an der Körpersprache gezeigt. Sie haben in die Hände geklatscht und haben gesagt: Okay, jetzt wird es Zeit aufzudrehen", lobte Klinsmann die Reaktion seines Star-Ensembles.

Abgesehen von der Anfangs- und Schlussphase der zweiten Halbzeit, in der die Bayern die gewohnte Souveränität vermissen ließen, hatten die Gäste die Partie jederzeit im Griff, ohne dabei zu glänzen. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren könnten", meinte Kapitän Mark van Bommel. Weil die Bayern-Brust mit jedem erfolgreichen Auftritt breiter wird, muss sich die Konkurrenz in den kommenden Wochen wohl warm anziehen. "Ich denke, es entwickelt sich momentan sehr gut bei uns, nicht nur wegen der Ergebnisse. Die Mannschaft findet immer mehr zu sich, unterstützt sich", stellte Klinsmann fest und kündigte an: "Jetzt wollen wir in der Tabelle noch ein Stück weiter nach oben."

Mit 18 Punkten liegt der Titelverteidiger auf Rang vier in Schlagdistanz zum bärenstarken Aufsteiger 1899 Hoffenheim (22), der sich auch nach dem 10. Spieltag an der Tabellenspitze sonnt. "Ich habe hohen Respekt und bin begeistert von dem, was da geleistet wird. Hoffenheim wird sich nachhaltig in der Bundesliga-Spitze etablieren und um die Meisterschaft mitspielen", prophezeite Manager Uli Hoeneß. Die Bayern selbst sieht er auf einem guten Weg, das Ziel Herbstmeisterschaft zu erreichen, "denn es geht um eine gute Ausgangsposition für eine erfolgreiche Titelverteidigung." Die haben auch die Spieler im Blick. "Mir ist egal, wer Herbstmeister wird. Wichtig ist, dass wir am Ende oben stehen", sagte van Bommel.

Trotz der Niederlage verließen auch die Frankfurter erhobenen Hauptes den Rasen. "Keiner außer mir hätte der Mannschaft zugetraut, den Bayern so Paroli zu bieten. Wir gehen gestärkt aus diesem Spiel, in dem wir einen Punkt verdient gehabt hätten. Wir haben vorbildlichen Einsatz gezeigt, aber leider nichts in den Händen", sagte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. Im Gastspiel am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach soll sein Team, das sich stark verbessert präsentierte und von den Fans gefeiert wurde, Versäumtes nachholen. "Das ist ein Gegner auf Augenhöhe", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

DPA DPA

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