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Freitagsspiel: Bochum siegt in Hannover

Mit einem Sieg bei Hannover 96 hat der VfL Bochum die "Rote Laterne" in der Fußball-Bundesliga an den Gegner abgegeben und seinen Trainer Marcel Koller vorerst aus der Schusslinie gebracht.

Der Aufsteiger gewann am Freitag das Kellerderby zum Auftakt des 10. Spieltages verdient mit 2:0 (1:0) und verschärfte damit die Abstiegssorgen der mit gellenden Pfiffen verabschiedeten Niedersachsen. Vor 30.042 Zuschauern in der AWD-Arena liefen die vor heimischem Publikum seit dem 18. März sieglosen 96er den Toren durch Pavel Drsek (4.) und Theophanis Gekas (76.) vergeblich hinterher und boten vor allem in der Offensive eine klägliche Vorstellung. Einziger Wermutstropfen für den VfL: Thomas Zdebel sah seine fünfte Gelbe Karte und muss am Mittwoch gegen Bayer Leverkusen pausieren.

"Bochum hat uns heute vorgemacht, wie man aggressiv spielen muss. Wir haben die Leidenschaft vermissen lassen", sagte 96-Trainer Dieter Hecking, der weiter auf den ersten Heimsieg warten muss. Auch Hanno Balitsch war sauer: "Verdient verloren! Wir müssen uns vorwerfen, dass wir überhaupt kein Rezept gefunden haben." Zufriedene Gesichter gab es dagegen nach dem ersten Auswärtserfolg der Saison beim VfL. "Ich bin früh über den Dreier, aber wir hätten mehr aus unseren Chancen machen müssen", erklärte Coach Koller.

Bochum erwischt Auftakt nach Maß

Die Maßnahme des Schweizers, zur Vorbereitung auf das Spiel bereits einen Tag früher nach Niedersachsen anzureisen, machte sich bezahlt. Auch ohne den verletzten Spielmacher Zvjezdan Misimovic und den gesperrten Abwehrchef Marcel Maltritz präsentierten sich die Bochumer nach zuletzt vier sieglosen Spielen gefestigt und zeigten die reifere Spielanlage. Die Gäste erwischten zudem einen Auftakt nach Maß, als Drsek eine Freistoß-Flanke des erstmals in der VfL- Startelf stehenden Dennis Grote aus zwei Metern Entfernung über die Torlinie drückte. Danach bewahrte Robert Enke seine Mannschaft gegen Fabio Junior (11.) und Gekas (20.) vor weiteren Gegentoren.

Bei den 96ern wurde vor allem Thomas Brdaric im Angriffszentrum schmerzlich vermisst. Ohne den am Meniskus operierten Stürmer fehlte den Niedersachsen in der Spitze die Durchschlagskraft, dazu zeigte aber auch die Abwehr ungewohnte Schwächen. Bei der bis dahin besten 96-Szene klärte Drsek beim Schuss von Jiri Stajner (43.) auf der Linie. Die Hausherren hatten es vor allem der Abschlussschwäche von Gekas zu verdanken, dass sie bis zur Pause nicht höher in Rückstand lagen. Der Grieche verpasste in der 24. Minute aus bester Position das mögliche 2:0 für den VfL.

Gekas brachte die Entscheidung

Auch nach dem Seitenwechsel entsprachen die Leistungen auf beiden Seiten dem jeweiligen Tabellenplatz. Hecking reagierte auf das wenig zielstrebige Spiel seiner Mannschaft und brachte mit dem Slowaken Erik Jendrisek und Silvio Schröter zwei frische Offensivkräfte. Die Maßnahme verfehlte jedoch die erhoffte Wirkung. Zwar erhöhten die Gastgeber den Druck auf das Tor von Alexander Bade, doch wurden die Bälle auch weiter zu ungenau in die Spitze gespielt. Der VfL zog sich weit in die eigene Hälfte zurück und lauerte nur noch selten auf Konterchancen. Eine davon nutzte Gekas zur Entscheidung.

Peter Hübner, DPA / DPA

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