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FUSSBALL: Hrubesch will mehr Dampf im B-Nationalteam

Nach über siebenmonatiger Wettkampfpause schickt sich das B-Nationalteam des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an, seinen schlechten Ruf zu bekämpfen.

Nach über siebenmonatiger Wettkampfpause schickt sich das B-Nationalteam des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an, seinen schlechten Ruf zu bekämpfen und die Daseinsberechtigung zu beweisen. »Das ist nicht mein Kind«, verteidigte sich Trainer Horst Hrubesch gegen Kritiker, die das noch unter Erich Ribbeck geborene »Auswahl-Baby« mit dem wenig attraktiven Namen A2 nur als »Hobby« des einstigen Kopfball-Ungeheuers ansehen. »Mein Job ist es, jüngeren Spielern zu helfen, um international voranzukommen, den Anschluss zu finden oder wieder herzustellen«, betonte Hrubesch und legte ein hohes Ziel fest: Gestrauchelte Ex-Nationalspieler wie Lars Ricken oder Bernd Schneider sollen auf den Weg zur WM 2002 gebracht werden und gleichzeitig auch Impulse für die Bundesliga bekommen..

Mehr Sympathie für die »A2«

Das Konzept ist geblieben, nur die Ausführung muss sich bei der A2 ändern. »Es macht nur Sinn, wenn wir wie jetzt eine längere Zeit für die Vorbereitung zur Verfügung haben«, meinte Hrubesch. Dann ist auch das Risiko für die Clubs kleiner. So würde auch die Sympathie aus der Bundesliga für die »Nachschub-Elf« des DFB steigen, die Absagerate dagegen könnte sinken. Waren bei den ersten Partien schon mal acht bis zehn Absagen an der Tagesordnung, musste der Coach vor der Partie am Donnerstag in Mulhouse gegen Gastgeber Frankreich nur vier Namen von seiner Wunschliste streichen: Robert Enke, Michael Hartmann, Torben Hoffmann und Giuseppe Reina passten wegen Verletzungen. Allerdings musste am Mittwoch auch Stefan Müller vom SC Freiburg verletzungsbedingt wieder abreisen.

Nachdem sich die DFB-Task Force und Teamchef Rudi Völler für eine Fortsetzung der A2 entschieden hatten, soll sich nun auch das Bild der Mannschaft wandeln. »Panik-Nominierungen« wie die des Ex-Bochumer Achim Weber (30) soll es nicht mehr geben, dafür werde »konsequent auf die junge Schiene gesetzt«, formulierte Hrubesch. Unter diesem Gesichtspunkt wurden die Torhüter Simon Jentzsch (1860 München/24 Jahre) und Gerhard Tremmel (Unterhaching/22) ebenso nominiert wie die ehemaligen U21-Spieler Alexander Voigt (1. FC Köln/22) oder Marcel Ketelaer (Hamburger SV/23).

Krisebewältigung für formschwache Profis

»In der A2 sollen die Spieler zum Einsatz kommen, die zu alt für die U21 sind und in ihren Clubs wenig internationale Spiele haben. Andererseits können sich Leute für das A-Team empfehlen«, beschrieb Völler die Rolle des B-Teams. Auch als Krisen-Bewältigung wie in den Fällen Ingo Hertzsch und Ketelaer, die beim HSV derzeit hinten an stehen, soll die A2 dienen.

»Attraktiven Fußball mit Spaß«, möchte Hrubesch bieten und kann dabei durchaus attraktive Namen mit ins Feld führen. Der Dortmunder Ricken, der Leverkusener Schneider - dazu kommt jetzt der Schalker Gerald Asamoah. Der 22-jährige Stürmer aus Ghana, seit einigen Monaten im Besitz eines deutschen Passes, entschied sich gegen eine internationale Karriere für sein Heimatland. »Asamoah war schon in den letzten Jahren ein Thema«, bestätigte Hrubesch langfristige Bemühungen um den Wahl-Gelsenkirchener. »Er hat überzeugend gespielt in den letzten Monaten, ist ein junger Mann, spricht perfekt deutsch - jetzt will er für Deutschland spielen«, berichtete der Trainer. Die A2 soll nur eine Durchgangs-Station sein, auch wenn die WM 2002 für ihn sicher noch zu früh kommt.

Von Jens Mende, (dpa)

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