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Fußball: Ohne die fast gar nichts geht

Sie stehen nicht im Rampenlicht, ihre Arbeit findet im Hintergrund statt: Co-Trainer, Physiotherapeuten, Mannschaftsärzte - sie und viele andere Helfer sorgen dafür, dass bei Fußball-Bundesligisten alles rund läuft.

Ohne sie würde (fast) nichts gehen. Doch sie stehen nicht im Rampenlicht, und ihre Arbeit findet im Hintergrund statt: Co-Trainer, Physiotherapeuten, Mannschaftsärzte - sie und viele andere Helfer sorgen dafür, dass bei Fußball-Bundesligisten Zipperlein und Verletzungen behandelt werden, dass der Trainingsablauf stimmt, dass die Organisation klappt. Und sie haben ein offenes Ohr für die Spieler, sind nicht selten Vertrauenspersonen.

Helfer für den Körper

Beispiel FC Bayern München: Beim deutschen Rekordmeister kümmert sich ein Stab von drei Physiotherapeuten und ein Reha-Trainer um das Wohl der Profis. Als "Mädchen für alles" bezeichnet sich Physiotherapeut Fred Binder gerne. Wenn der FC Bayern trainiert oder spielt, sind er und seine Kollegen dabei. Hat sich ein Spieler verletzt, stellen die Physiotherapeuten die "Verdachtsdiagnose" und entscheiden, ob ein Arzt eingeschaltet werden muss. Sie legen Verbände an, massieren die beanspruchten Körper der Stars und begleiten sie auf den Reha-Programmen nach Verletzungen. Dabei kann ein Tag gelegentlich ganz schön lang werden. "Von 8 bis 23 Uhr geht es schon manchmal, vor allem im Trainingslager", beschreibt Binder.

Doch oft geht es auch um die vermeintlich ganz einfachen Dinge. "Alle sollten wissen, dass man schwere Sachen nicht aus dem Rücken heraus heben soll", sagt Binder. Auch psychologische Fähigkeiten sind zuweilen gefragt, Spielern mit langwierigen Verletzungen müssen die Physiotherapeuten Mut machen, Übereifrige müssen sie bremsen. Hier hilft Binder seine Erfahrung, denn schon seit 24 Jahren steht er in Diensten der Münchner. Einen Spieler wie Hasan Salihamidzic müsse man trotz schwerer Verletzung und anstrengender Rehabilitation nicht aufmuntern. "Der Brazzo ist immer motiviert", schmunzelt Binder. Der Erfolg, betont Binder, gehöre der Gruppe. Allüren der Stars kenne er nicht: "Wir sind eine Gruppe. Sonst würde die Arbeit auch überhaupt keinen Spaß machen."

Mehr als nur Hütchen aufstellen

Die Arbeit von Co-Trainer Michael Henke ist mehr als Hütchen aufstellen, Leibchen austeilen und Aufwärmübungen gestalten: "Ich habe die gleichen Aufgaben wie der Chef mit dem Unterschied, dass die letzte Konsequenz bei Ottmar Hitzfeld liegt. Und er muss mehr Medienkontakte abdecken", sagt Henke. Er halte seinem Chef Hitzfeld deshalb den Rücken frei, organisiere zum Beispiel Trainingslager und Reisen. Beim Training auf dem Platz liege sein Schwerpunkt auf dem Konditionstraining, außerdem betreue er die angeschlagenen Spieler, die ein gesondertes Trainingsprogramm benötigen.

"Will kein Kumpel sein"

Zwar sei die Distanz von ihm zur Mannschaft vielleicht nicht so groß wie die zwischen Team und Cheftrainer, und viele Spieler würden mit Anliegen zu ihm kommen, die sie nicht gleich mit Hitzfeld besprechen möchten. Doch "Kumpel will ich nicht sein", betont der 46-Jährige. Zudem sieht sich Henke als "Verbindungsperson" zwischen Profis und Nachwuchs. Um aus dem eigenen Amateur- oder Nachwuchskader Talente für die Profimannschaft zu requirieren, bemühe er sich, alle Heimspiele der Jugend- und Amateurteams der Bayern anzuschauen.

Henke, der schon bei Borussia Dortmund Hitzfelds Assistent war und mit ihm 1998 nach München gewechselt ist, will nicht immer "Co" bleiben. "Sicherlich will ich irgendwann einmal als Cheftrainer arbeiten. Mit diesem Ziel habe ich die Trainerlizenz erlangt. Aber momentan fühle ich mich wohl. Jeder kann froh sein, wenn er die Möglichkeit hat, beim FC Bayern zu arbeiten."

DPA

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