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Fußball-Skandal: Italienische Vereine schlagen zurück

Die im Zusammenhang mit dem italienischen Fußball-Skandal verurteilten Vereine wehren sich im Berufungsprozess gegen ihre Strafen, während der Staatsanwaltschaft diese noch zu milde sind. Doch auch mit dem neuen Urteil bleibt der Beginn der Meisterschaft ungewiss.

Im größten Skandal seiner Fußball-Geschichte wartet das Weltmeister-Land Italien mit Spannung auf den Berufungsprozess für die Clubs Juventus Turin, AC Mailand, Lazio Rom und AC Florenz. Die Vereine wollen in dem Verfahren, das am Samstagmorgen im Luxushotel "Parco dei Principi" in Rom beginnt, mildere Strafen erreichen. Ein Urteil in zweiter Instanz könnte bereits am kommenden Dienstag fallen.

Jedoch hatte auch die Anklage-Behörde Berufung gegen den Richterspruch in dem Sportverfahren des nationalen Fußball-Verbandes (FIGC) eingelegt: Juve, Lazio und Florenz waren in der vergangenen Woche in erster Instanz wegen ihrer Verwicklung in den schweren Manipulations-Skandal zum Abstieg in die Zweite Liga verurteilt worden. Außerdem erhielten sie Punktabzüge.

Der AC Mailand darf nach dem ersten Urteil zwar in der Serie A bleiben, erhält aber ebenfalls einen Punktabzug und muss dieses Jahr auf die Teilnahme an der Champions League verzichten. Dagegen will der Verein jetzt vorgehen.

Beginn der Meisterschaft ist ungewiss

Die Anklage findet hingegen vor allem die Strafe für Rekordmeister Juve zu milde. Staatsanwalt Stefano Palazzi beharrt darauf, dass der Club in die dritte Liga absteigt. Aber auch wenn schon in wenigen Tagen das Berufungsverfahren beendet sein sollte - Medienberichten zufolge ist es weiter nicht sicher, dass die diesjährige Meisterschaft tatsächlich Ende August beginnen kann.

Grund: Zum einen könnten die bestraften Clubs in den kommenden Wochen bei einem römischen Verwaltungsgericht Einspruch gegen die Urteile der Sportjustiz einreichen. Zum anderen sind die Ermittlungen gegen weitere Vereine noch im Gange. Dabei geht es vor allem um Reggina, Empoli und Lecce. "Die Ergebnisse der Ermittlungen könnten zu einem weiteren schweren Urteil führen, das wieder ein Erdbeben in der Zusammensetzung der Liga auslöst", hieß es bereits.

Ermittlungen auch gegen Funktionäre

Auch ist ungewiss, ob der kommissarische Verbandschef Guido Rossi in der Lage sein wird, bis Ende Juli die Liste der italienischen Clubs vorzulegen, die sich an der Champions League beteiligen werden, hieß es aus FIGC-Kreisen.

Bereits am Donnerstag hatte nun auch die Staatsanwaltschaft von Neapel offizielle Ermittlungen gegen acht in den Skandal verwickelte Funktionäre des Serie-A-Clubs Reggina aufgenommen. Die Staatsanwälte Filippo Beatrice und Giuseppe Narducci werfen ihnen Sportbetrug vor. Unter anderem hätten der Präsident des kalabrischen Vereins, Lillo Foti, sowie vier Schiedsrichtern einen so genannten "Avviso di garanzia" (Ermittlungsbescheid) erhalten. Sie sollen in der Saison 2004/2005 versucht haben sechs Spiele zu manipulieren.

DPA / DPA

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