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FUSSBALL: Spielplan-Reform: Machtprobe zwischen DFB und Liga

Keine zwei Wochen nach dem Bundestag in Magdeburg stehen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die nunmehr selbstständige Liga vor der ersten Machtprobe.

Keine zwei Wochen nach dem Bundestag in Magdeburg stehen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die nunmehr selbstständige Liga vor der ersten Machtprobe. In der Auseinandersetzung um die Reformierung des Bundesliga-Spielplans und die daraus folgende Änderung des Fernsehvertrages treten die Unterschiede offen zu Tage.

Bindender Fernsehvertrag

Einige Vertreter der Bundesliga sind durchaus bereit, die zeitnahe Bundesliga-Zusammenfassung im Free-TV auf den Abend zu verschieben. Das lehnt der DFB aber konsequent ab. Offen ist auch weiterhin die Frage der Sonntags-Spiele. Das Problem: Den Spielplan könnte die Liga ohne den DFB ändern, den Fernsehvertrag aber nicht.

Einen neuen Spielplan muss die Liga mit der KirchGruppe abstimmen, denn die bezahlt jährlich 750 Millionen Mark für die TV-Rechte. Kirch aber hat das Interesse an seiner Bundesliga-Zusammenfassung in SAT.1 um 18.30 Uhr verloren und möchte die Spiele am Nachmittag lieber exklusiv für seinen Bezahl-Sender Premiere. Der im TV-Vertrag festgeschriebene Begriff »zeitnah« könne auch auf eine Sendung zutreffen, die »um 20 Uhr, 21 Uhr oder 22 Uhr beginnt«, sagte Liga-Aufsichtsrat-Mitglied Holzhäuser. Besonders interessant: Holzhäuser ist gleichzeitig auch der Geschäftsführer bei Bayer Leverkusen.

»MV« blockiert

Das lehnt der DFB aber kategorisch ab. »Der Fernsehvertrag trägt die Unterschrift des DFB-Präsidenten«, betonte Gerhard Mayer-Vorfelder. Für den Präsident ist zudem klar: »Der große Streitpunkt sind die Sonntagspiele.« Mayer-Vorfelder befürwortet vor allem den Freitagabend: »Das ist doch akzeptiert.«

Einig sind sich DFB, Liga und die Fans nur darüber, dass möglichst viele Spiele am Samstagnachmittag ausgetragen werden. Thomas Krämer von der Aktion »Pro 15.30 Uhr« sagte in der »Kölner Rundschau«: »Unsere Priorität war stets auf die Abschaffung der Sonntag- und Samstagabendspiele gerichtet, weil dies für den Besuch der auswärtigen Fans mit erheblichen Problemen verbunden ist«.

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